Kirchenfeldbrücke (Orte\Sch\Schweiz (CH)\Bern (Kanton)\Bern (BE)\K)

 

Base Data

Thesaurus:Orte
Name:Kirchenfeldbrücke
 

Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern

Lexikoneintrag:Erste Überlegungen zum Bau einer Hochbrücke aufs Kirchenfeld machten 1830 die Ingenieure Henri Guillaume Dufour und Jean Amédée Watt. Die Projekte wurden damals zu Gunsten des Baus der >Nydeggbrücke zurückgestellt. Weitere Projekte datieren von 1864/65 (Philippe Gosset) und von 1873 (Gustav Gränicher). Als 1881 die Berne Land Company das >Kirchenfeld 1) übernahm, verpflichtete sie sich, binnen 21 Monaten die Kirchenfeldbrücke zu erstellen und dem Staat zu übergeben. Schon am 15. Dezember 1881 begannen die Bauarbeiten nach einem Projekt von Moritz Probst und Jules Röthlisberger unter der Bauleitung von Friedrich Thormann. Am 23./24. September 1883 wurde die Kirchenfeldbrücke glanzvoll eingeweiht. Zu diesem Anlass stellte der Bundesrat die vorher für das Eidgenössische Schützenfest in Lugano geschaffene, 7 m hohe Figur der Helvetia zur Verfügung. Sie wurde auf dem Helvetiaplatz aufgestellt.
Die Brücke hiess in den ersten Jahren im Volksmund wegen der Bauherrschaft auch Englische Brücke. Der Bau des zweiten Tramgeleises erforderte 1913 Verstärkungen. So wurden unter anderem die eisernen Pfeiler mit einem Betonmantel umgeben. Gleichzeitig wurden die Trottoirs angefügt. Erhöhten Anforderungen an die Sicherheit genügt die Kirchenfeldbrücke seit dem Einbau der Leitplanken (1968), des neuen Geländers (1972) und der Gesamtrenovation von 1988. Vom alten gusseisernen Geländer ist infolge einer Publikumsaktion ein kleines Stück an der Südwestecke erhalten geblieben. Die Länge beträgt 229 m, die beiden Bogen messen je 86 m. Höhe der Bogen: 39 m über der Aare. Die Figur „Zentaur mit Mädchen“ am südlichen Brückenkopf schuf 1918 Paul Kunz. Mit dem an Ferdinand Hodler gemahnenden Kopf des Zentaurs ehrte er den im gleichen Jahr verstorbenen Maler.
Lit.: Berchtold Weber, Strassen und ihre Namen am Beispiel der Stadt Bern, Bern, 1990. Quellennachweise in einem separaten Band bei der Burgerbibliothek Bern.
Lexikon Oberbegriffe:Fähren, Brücken
Urheberangabe:Weber, Berchtold: Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern, Bern, 2016.