Reitschule (Orte\Sch\Schweiz (CH)\Bern (Kanton)\Bern (BE)\R)

 

Grunddaten

Thesaurus:Orte
Bezeichnung:Reitschule
 

Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern

Lexikoneintrag:1) 1690 gründete der Rittmeister J. F. Fischer am Oberen >Graben eine Reitschule, die vermutlich die Manège der >Reiterwache benützte.
Lit.: Paul Hofer, Kunstdenkmäler der Stadt Bern, Manuskripte und Typoskripte zum Band VI. Das Material befindet sich heute bei der Kantonalen Denkmalpflege.

2) 1720 wurde zwischen Fischermätteli und >Ladenwandgut eine andere private Reitschule eröffnet. Die 1724 gegründete «Gesellschaft des Adenlichen Thurnier- und Ritterspiels» veranstaltete mondäne Festlichkeiten im Wirtschaftsgebäude, dessen Eingang 1652 datiert ist.
Standort: Fischermättelistrasse 7.
Lit.: Paul Hofer, Kunstdenkmäler der Stadt Bern, Manuskripte und Typoskripte zum Band VI. Das Material befindet sich heute bei der Kantonalen Denkmalpflege.

3) Da die beiden Reitschulen 1) u. 2) den Bedürfnissen nicht mehr genügten, liess die Stadt in den Jahren 1738/39 von Samuel Lutz eine eigene Reitschule am Untern >Graben bauen und brach zu diesem Zweck die dortige Spitalscheuer ab. 1899 wurde das Gebäude für den Bau des >Stadttheaters abgebrochen, nachdem es vorher noch als Velofahrschule gedient hatte.
Standort: Kornhausplatz 20.
Lit.: Paul Hofer, Kunstdenkmäler der Stadt Bern, Manuskripte und Typoskripte zum Band VI. Das Material befindet sich heute bei der Kantonalen Denkmalpflege.

4) Schützenmattstrasse 7. Als Ersatz für 3) baute Albert Gerster für die Stadt Bern in den Jahren 1895/97 die Städtische Reitschule auf der >Schützenmatte. Die Anlage war von Anfang an nicht nur für pferdesportliche Nutzung, sondern auch für Volksversammlungen, Ausstellungen und Zirkusvorstellungen vorgesehen. Der Vorplatz der Reitschule war als Reitgarten gestaltet. Dieser verschwand bis auf einen kleinen, heute asphaltierten Rest 1937 mit dem Bau des Eisenbahnviadukts. Als 1980 die Reitaktivitäten eingestellt wurden, übernahmen Jugendliche einen Teil der Reitschule als Autonomes Jugendzentrum (AJZ). Die Umbauarbeiten begannen 1981. Heute dient die Reitschule, die in den Jahren 2000 bis 2004 grundlegend renoviert wurde, als Jugend- und Kulturzentrum.
Lit.: Paul Hofer, Kunstdenkmäler der Stadt Bern, Band III, Basel, 1947; Bernhard Furrer, Denkmalpflege in der Stadt Bern, 2001-2004, in Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 2005, Heft 2 und 3. pg. 92ff.; Stadtarchiv Bern, Dokumentation (Schubladen D).
Urheberangabe:Weber, Berchtold: Historisch-Topographisches Lexikon der Stadt Bern, Bern, 2016.