ZA Webern Zunftarchiv Webern, 1406-1974 (Bestand)

Archivplan-Kontext

 
Signatur:ZA Webern
Titel:Zunftarchiv Webern
Entstehungszeitraum:1406 - 1974
Bestandesgeschichte / Charakterisierung:Der Bestand:

Das Webern-Archiv befindet sich zum grössten Teil in der Burgerbibliothek. Akten, die nach 1954 entstanden sind, werden noch durch die Gesellschaft selbst aufbewahrt. Der Webern-Bestand in der Burgerbibliothek ist ein Dauerdepositum. Der Obmann der Gesellschaft ist es denn auch, der bei sensiblen Personendaten, oder wenn Akten in die Verwaltungsfrist fallen, über deren Herausgabe entscheidet.

Das Webern-Archiv umfasst ca. 21,5 Laufmeter. Das Material ist, soweit möglich, den Aufgaben der Gesellschaft entsprechend in Gruppen zusammengefasst worden (s. Inhaltsverzeichnis). Ein Organigramm der Gesellschaft, wie sie heute funktioniert, findet sich auf der nächsten Seite. Eine Schachtel mit Materialien, die offensichtlich in das Archiv von Webern gehören, befand sich bisher unter der Signatur Mss.h.h. XXXIV. 27 in der Sammlung der Burgerbibliothek; sie wurde wieder in das Zunftarchiv integriert.
Die Dokumente von Webern reichen teilweise sehr weit zurück; so stammt die älteste Ordnung von 1420, und ein erstes Verzeichnis der Stubengenossen setzt 1539 ein. Dagegen sind die Protokolle leider erst ab 1659 vorhanden. Ein Problem stellen die Akten dar: an sich sind sie sehr umfangreich, aber die ursprüngliche Ordnung ist verloren gegangen. Ein Teil dieser heute als "Akten Serie 1" bezeichneten Blätter war ursprünglich in zwei Bände eingebunden, deren Einbände noch vorhanden sind. Offenbar wurden sie 1913 von Dr. Alfred Zesiger auseinandergenommen und, neu geordnet, in Couverts verpackt. Ob die ganze Serie 1 diesen zwei Bänden entspricht, oder ob sie noch Akten anderer Herkunft enthält, ist wohl nicht mehr festzustellen. Über den Ursprung und den Originalzustand der zweiten Serie gibt es keine Hinweise.

Rechnungen:
Die Almosner-Rechnung wurde 1676 begonnen; seit 1824 wird eine separate Armenguts-Rechnung geführt. Am weitesten zurück geht die Stubenmeister-Rechnung, die jedoch nur bis 1848 reicht, weil die Stelle des Stubenmeisters auf das Jahr 1849 abgeschafft wurde. 1662 begann die Seckelmeister-Rechnung, die aber seit 1853 Stubenguts-Rechnung heisst. Die älteren Rechnungen von Stuben- und Seckelmeister waren ursprünglich gebunden; sie wurden jedoch später teilweise wieder auseinander genommen, so dass heute alle Einbände fehlen. Einzelne Hefte sind noch als Teile von Bänden zusammengebunden, und viele enthalten noch Leim. Webern hat die Rechnungsbelege seit 1849 aufbewahrt; bis 1900 sind sie auch in diesem Inventar verzeichnet. Hier finden sich zudem die Belege zu den Jugendfesten (sofern vorhanden) und die Belege zu kleineren Baurechnungen.

Speziell interessant, weil reichhaltiger als anderswo, sind im Webern-Archiv zwei Bereiche. Zum einen ist das eigentliche Handwerk mit den Meister-Rodeln und den Handwerker-Büchern (S. 5) sowie den Akten der Hutmacher (S. 6) relativ gut dokumentiert. Zum andern hat es zwar nicht besonders viele, aber teilweise mit allen Beilagen versehene Geltstage. Sie erlauben einen vertieften Blick auf die Wirtschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts.

Vereinfachtes Organigramm der Gesellschaft zu Webern


Grosses Bott
= Legislative

wichtigste Aufgaben:
- Erlass des Gesellschaftsreglements
- Erteilung des Gesellschaftsrechts, Festsetzung der Einkaufssumme
- Genehmigung von Rechnungen, Krediten, Darlehen und Bürgschaften
- Verfügungen über Erträgnisse der Zunftgüter
- Wahl und Besoldung der Vorgesetzten und der Beamten
- Ermächtigung zur Führung von Prozessen

wählt:

Zunftrat
= Exekutive

wichtigste Aufgaben:
- Vormundschaftswesen
- Fürsorge
- Finanzgeschäfte und Vermögensverwaltung
Mitglieder:
Präsident, Seckelmeister, Almosner und 8 weitere Mitglieder

wählt und besoldet:

Beamte der Zunft:

- Stubenschreiber: führt die Protokolle und das Sekretariat
- Stubenmeister: Aufsicht über Zunfthaus und Mobiliar, Vorbereitung
von Gesellschaftsanlässen
- Amtsvormund: Führung von Vormundschaften, für die kein Vormund
ernannt wurde, Aufsicht über Pflegekinder
- Umbieter: Versenden von Einladungen, Aktenzirkulation, Dienstleistun-
gen während Sitzungen und Anlässen
Umfang:21,5 Laufmeter
Link:Aktuelle Homepage
 

Bestandesbeschreibung

Bibliographie:Burgergemeinde (1986)
Lauterburg (1864)
Rytz (2010)
Zesiger (1914)
Rechtsform:Juristische Person
Erschliessungsgrad:Detailliert
Findmittel-Form:Digital
Findmittel-Qualität:Vollinventar
Stufe:Bestand
 

Deskriptoren

Einträge:  Lauterburg (1864) (Bibliographie/Nachschlagewerke\L)
  Zesiger (1914) (Bibliographie/Nachschlagewerke\Z)
  Rytz (2010) (Bibliographie/Nachschlagewerke\R)
  Burgergemeinde (1986) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B)
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:Keine
Physische Benützbarkeit:Uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL: http://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=122481
 
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