VA BSB Verwaltungsarchiv Burgerspital, 1400 (ca.)-2012 (Bestand)

Archivplan-Kontext

 
Signatur:VA BSB
Titel:Verwaltungsarchiv Burgerspital
Entstehungszeitraum:ca. 1400 - 2012
Bestandesgeschichte / Charakterisierung:Das vorliegende Inventar bezieht sich nur auf die schriftlichen Dokumente, ohne die Urkunden und die Pläne, für welche die bisherigen Findmittel (Nr. 1451-1455) massgebend bleiben.
Der Bestand des Burgerspitals (BSB) befindet sich zum grössten Teil in der Burgerbibliothek. Das Archiv des BSB umfasst ca. 97 Laufmeter (ohne die Urkunden). Über die Ordnung des Materials gibt das Inhaltsverzeichnis Auskunft. Der Bestand wurde komplett neu signiert. Die früheren Signaturen können in der Datenbank im Feld "alte Signatur" abgefragt werden.

Das Burgerspital ist aus drei älteren Institutionen herausgewachsen, die sich in mehreren Etappen zu einem einzigen Spital vereinigt haben. Zur leichteren Übersicht folgt deshalb ein kurzer

Chronologischer Abriss der Geschichte des Burgerspitals:

Oberes Spital:
vor 1228: Gründung des oberen (Heiliggeist-) Spitals
vor 1328: Umwandlung von einem geistlichen in ein städtisches Spital
1528: nach der Reformation wird das Vermögen des Heiliggeist-Konvents dem oberen Spital übertragen; die Kirche wird geschlossen und dient als Kornhaus und Vorratsschopf
ab 1531: das obere Spital dient hauptsächlich als Herberge für arme und kranke Durchreisende
1604: Wiedereröffnung der Kirche
1664-1668: ein neues Spitalgebäude wird erstellt

Unteres Spital:
1307: Gründung des unteren (niederen) Spitals. Standort: Gerechtigkeitsgasse 2-8
1335-1336: Verlegung des Spitals vor das Untertor (an den Klösterlistutz)
1528: Verlegung in das Predigerkloster. Das Spital ist vor allem eine Pfrundanstalt, allerdings mit vielen weiteren Aufgaben (s. Morgenthaler 1945)
1530: die Regierung weist dem untern Spital die St. Petersinsel, die Reben und Weinzinse am Bielersee und diverse Kornzehnten zu
1657: Eröffnung des Zucht- und Waisenhauses im unteren Spital
1684: Aufhebung des Waisenhauses

Elenden-Herberge:
Ende 14. Jahrhundert: Gründung der Elenden-Herberge zur Aufnahme armer Durchreisender. Standort: obere Brunngasse
1405: die Herberge verbrennt im Stadtbrand. Wiederaufbau am gleichen Ort.
1531: Aufhebung der Herberge; das obere Spital übernimmt deren Aufgaben

Grosses Spital:
1715: Es wird beschlossen, oberes und unteres Spital zusammenzulegen. Am 22. 7. wird die erste Direktion gewählt
1716-1719: tatsächliche (örtliche) Vereinigung der beiden Spitäler in den Gebäuden des unteren Spitals
1726-1729: Neubau der Heiliggeistkirche
1734-1742: Neubau des Burgerspitals am heutigen Standort

Siechenhaus:
1687: das untere Spital muss die Obervogtei über das Siechenhaus Belp übernehmen (zu dieser Zeit werden dort 12 Pfründer versorgt)
1816: Loskauf vom Unterhalt des Siechenhauses; es geht an die Kirchgemeinden Belp und Zimmerwald über (Vgl. Nr. 1429)

In den Jahren 2010 bis 2014 liefen die Arbeiten zur Fusion von Burgerspital und Burgerheim. Seither werden beide Standorte unter einer Leitung betrieben.

Mit der Geschichte des Spitals haben sich mehrere Autoren befasst. Im Archiv des Spitals sind noch die Bände der Spitalgeschichte von Samuel Rudolf Steck (Nr. 1436-1437) und die Vorarbeiten dazu(Nr. 1441-1443) vorhanden. Glücklicherweise existieren auch noch die originalen Illustrationen von Sigmund Wagner (Nr. 1445). Das heute noch massgebende Werk ist jenes von Morgenthaler (1945). Der Nachlass Morgenthaler befindet sich heute im Staatsarchiv.

Inhalt:
Akten: Im Kapitel "Allgemeine Akten und Korrespondenz" befinden sich die Akten der Spitaldirektion sowie gebundene und thematisch geordnete ältere Akten ohne Hinweis auf die Stelle, die sie produziert hat. Weitere Akten waren mit den Rechnungsbeilagen vermischt, wo sie auch im Inventar aufgeführt werden. Ein weiterer, separater Bestand sind die numerierten Akten des Einziehers; sie befinden sich alle im Kapitel "Vermögensverwaltung". In der Datenbank können die alten Nummern der Akten abgefragt werden, so dass man sie auch mit der neuen Signatur findet (Nr. 1467 ist das alte Inventar zu diesem Bestand).
Finanzen: Das sehr umfangreiche Material zum Finanzwesen wurde (soweit möglich) in die beiden Bereiche Rechnungswesen undVermögensverwaltung aufgeteilt. In beiden Fällen wurde für die Zeit vor 1715 nach den verschiedenen Institutionen unterschieden; danach gemäss den Aufgaben von Verwalter und Einzieher. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts besorgte der Verwalter nur noch die Leitung des Spitals, der Einzieher war für die Vermögensverwaltung zuständig. Da das Vermögen des Spitals zu einem sehr grossen Teil aus Grundbesitz bestand, befinden sich auch alle Dokumente zu den Gütern, Wäldern, Alpen und Kollaturen im Kapitel über die Vermögensverwaltung. Dieses ist so geordnet, dass zuerst alle Dokumente kommen, die sich auf die Gesamtheit der Spitalgüter beziehen (Urbare, Dokumentenbücher). Danach folgen die einzelnen Güter; im Anschluss daran werden die Rebgüter (Grissach, St. Petersinsel) aufgeführt, da sich dazu sehr viel Material erhalten hat. Seit 2005 werden die Güter durch die Domänenverwaltung betreut; die entsprechenden Dokumente befinden sich dort.

Suche nach Dokumenten zu einzelnen Themen oder Orten: Die Titel der einzelnen Kapitel oder Unterkapitel sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Materialien, die sich auf denselben Gegenstand beziehen, an verschiedenen Stellen zu finden sind. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, das Register am Schluss des Inventars zu benutzen. Es handelt sich dabei nicht um ein reines Schlagwortregister, sondern grossenteils um ein Verzeichnis der im Inventar vorkommenden Wörter. Deshalb ist es manchmal nötig, unter mehreren Begriffen zu suchen (z. B. Legate, Vergabungen). Etwas Fantasie braucht es für die Suche nach einzelnen Gütern des Spitals, da diese manchmal nicht separat, sondern nur unter Sammelbegriffen auftauchen (etwa: Kientalalpen, Rebgüter am Bielersee). Unter diesen Begriffen tauchen sie auch im Register auf, so dass sich die Suche nicht auf die Namen einzelner Besitzungen beschränken darf.
Zur Erleichterung der Arbeit mit dem Inventar befindet sich im Anschluss an den Index ein Verzeichnis der erwähnten Orte mit Angaben zur geografischen Lage.
Umfang:97 Laufmeter
Link:Aktuelle Homepage
 

Bestandesbeschreibung

Bibliographie:Adam (2005); Publikation zum 100-Jahr-Jubiläum des Bezirksspitals Belp, das aus dem Siechenhaus herausgewachsen ist
Berns grosse Zeit (1999)
Burgergemeinde (1986)
Gerber (2001); Zur topografischen Lage der Spitäler: Seite 535
Hebeisen (o.J.)
Homburger/Steiger (1957); VA BSB, Urkunde O 8
Kunstdenkmäler Kt. Bern; Stadt Bern, Band 1
Morgenthaler (1945)
Rechtsform:Juristische Person
Erschliessungsgrad:Detailliert
Findmittel-Form:Digital
Findmittel-Qualität:Vollinventar
Stufe:Bestand
 

Deskriptoren

Einträge:  Morgenthaler (1945) (Bibliographie/Nachschlagewerke\M)
  Kunstdenkmäler Kt. Bern (Bibliographie/Nachschlagewerke\K)
  Burgergemeinde (1986) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B)
  Hebeisen (o.J.) (Bibliographie/Nachschlagewerke\H)
  Adam (2005) (Bibliographie/Nachschlagewerke\A)
  Berns grosse Zeit (1999) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B)
  Gerber (2001) (Bibliographie/Nachschlagewerke\G)
  Homburger/Steiger (1957) (Bibliographie/Nachschlagewerke\H)
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:siehe auch:
VA BK 227 (13) Burgerspital / Bahnhof-Umbau, 1942-1943 (Akten/Dossier/Grafik/Bandteil/Korrespondenz)

siehe auch:
VA BK 227 (14) Burgerspital / Bahnhof-Umbau, 1949-1950 (Akten/Dossier/Grafik/Bandteil/Korrespondenz)

siehe auch:
VA BK 231 Einzelne Liegenschaften, 1976-1994 (Konvolut/Codices/Bände)

siehe auch:
VA BK 244 Burgerspital; Burgerheim, 1985-1994 (Konvolut/Codices/Bände)

siehe auch:
VA BK 1386 (15) Burgerspital, 1914-1917 (Akten/Dossier/Grafik/Bandteil/Korrespondenz)

siehe auch:
VA BK 807 Fotografien zur Informationschrift über die Burgergemeinde, 1990 (ca.) (Konvolut/Codices/Bände)
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:Keine
Physische Benützbarkeit:Uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL: http://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=121582
 
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