VA FB Verwaltungsarchiv Forstbetrieb, 1706-1990 (Bestand)

Archivplan-Kontext


Signatur:VA FB
Titel:Verwaltungsarchiv Forstbetrieb
Entstehungszeitraum:1706 - 1990
Bestandesgeschichte / Charakterisierung:Ein grosser Teil des Archivs des burgerlichen Forstbetriebs (früher: Forstamts) befindet sich in der Burgerbibliothek. Beim Forstbetrieb liegen nur noch die Akten, die für die laufende Arbeit benötigt werden. Die Dokumente kamen zu ganz unterschiedlichen Zeiten in die Burgerbibliothek und wurden zum Teil in die Helvetica-Bernensia-Bestände integriert, zum Teil separat aufgestellt. Heute ist der Bestand unter der einheitlichen Bezeichnung "Verwaltungsarchiv des Forstbetriebs" erschlossen und aufgestellt. Die alten Signaturen können über die Datenbank abgefragt werden.

Geschichte:
Der burgerliche Waldbesitz geht im wesentlichen auf die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erwerbungen der Stadt zurück. Schon vor der Reformation gelangte sie in den Besitz des Bremgarten- und Könizbergwalds, des Forsts, des Spielwalds, der kleinen Stadtwälder untenaus (Egghölzli, Schosshaldenwald, Wylerholz, Schermenwald), des Sädelbachwalds und des Grauholzes. Spätestens im Verlauf des 16. Jahrhunderts kamen der Thumwald, die Wälder um den Gurten (Dählrain, Lölisberg) und am Längenberg (Kühlewilwald) dazu. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts erwarb die Stadt nur noch kleinere Waldstücke. Mit den Ausscheidungsverträgen von 1803 und 1852 wurden diese Waldungen der Burgergemeinde überlassen. Seit dem 19. Jahrhundert kaufte die Burgergemeinde vor allem kleinere Waldstücke in der näheren Umgebung Berns. Erst im 20. Jahrhundert interessierte sie sich für die Wälder im Oberland, beispielsweise die Saanenwälder.

Die burgerlichen Wälder nach Revieren (in Klammern die Gemeinden):

1. Revier:
Forst (Bern, Köniz, Neuenegg, Mühleberg)
Thumholz (Teil des Forsts, Bern)
Brugholz (Teil des Forsts, Neuenegg)
Nessleren (Teil des Forsts, Neuenegg)
Finstermoosholz (Teil des Forsts, Neuenegg)
Eichholz (Bern)
Gummenholz (Köniz)
Obereiberg (Mühleberg)
Spielwald (Frauenkappelen, Mühleberg)

2. Revier:
Bremgartenwald (Bern)
Gurtenwald (Köniz, Kehrsatz)
Geisseler (Teil des Gurtenwaldes, Kehrsatz)
Kühlewilwald (Englisberg, heute Wald)
Weissensteinhölzli (Bern)

3. Revier:
Grauholz (Bolligen)
Sädelbach (Bolligen)
Junkernholz (Urtenen-Schönbühl)
Mannenberg (Bolligen)
Bolligenholz (Bolligen)
Stockerenwald (Bolligen)
Bantiger (Bolligen)
Engewälder:
- Reichenbachwald (Bern)
- Thormannboden (Bern)
- Engehalde (Bern)
Kleine Wälder:
- Aufreinholz (Bern)
- Wylerholz (Bern)
- Schermenwald (Bern)
- Schosshaldenholz (Bern)
- Burgdorfholz (Bern, heute abgeholzt)
- Dählhölzli (Bern)
- Egghölzli (Muri)
- Gümligenberg (Muri)
- Grossholz (Muri)
- Scheienholz (Worb)
- Hühnliwald (Worb)
- Wislenwald (Worb)
- Worbberg (Worb)
- Eggwald (Worb)
- Alphölzli (Worb)

Saanenwälder (Saanen)

Burgerspitalwälder (werden vom Forstbetrieb bewirtschaftet):
Kientalwälder (Reichenbach i.K.)
Schönegg (Burgistein)
Biberzen (Rüti b. Riggisberg)
St. Petersinsel (Twann)
Kohlholz (Belp)
Spitalholz (Kirchlindach)
Iffwilwälder (Iffwil)
Zollikofenwälder (Zollikofen, Münchenbuchsee, Ittigen, Moosseedorf, Bolligen)

Güter:

Hasligut (Bremgartenwald, Bern)
Engemeistergut (Engehalbinsel, Bern)
Werkmeister-Mättelein (heute: Zehendermätteli, Reichenbachstrasse 161)

Der Bestand:
Abgesehen von den waldwirtschaftlichen Dokumenten stellen sicher die Verträge den zentralen Bestandteil des Archivs dar. Allerdings gilt es einige Punkte zu beachten:
- Bis 1909 wurden die Grundbücher nach Kirchgemeinden geführt, die sich nicht immer mit den heutigen Einwohnergemeinden decken. Angaben über den Standort eines Grundstücks in der Gemeinde X, wie sie in den Verträgen zu finden sind, dürfen deshalb nicht ohne weiteres auf die heutigen Einwohnergemeinden bezogen werden. Kommt dazu, dass seit Abschluss der Verträge diverse Gemeinden neu entstanden sind (z. B. Ittigen) oder fusioniert haben (Zimmerwald und Englisberg zu Wald). Die heutigen Verhältnisse konnten bei der Erschliessung nicht in jedem Fall berücksichtigt werden, da die Zuweisung der Grundstücke zu den heutigen Gemeinden nicht immer einfach ist. In eindeutigen Fällen wurde die Zuordnung in der Datenbank vorgenommen, wo sie auch abgefragt werden kann.
- Die Verträge stammen mit Sicherheit nicht nur aus dem Forstbetrieb, sondern auch aus der Domänenverwaltung. Da eine Neuordnung nach Abteilungen mit unverhältnismässigem Aufwand verbunden wäre, blieben sie beisammen.
- Die Reihenfolge der Verträge im Inventar richtet sich nach den Nummern, die sie durch den Forstbetrieb bekommen haben. Es fehlen die alten Nummern 4 und 195; für Nr. 552 gibt es einen Zettel, auf dem Forstmeister v. Wurstemberger für die Herausgabe quittiert. Das Original fehlt.
- Die Verträge wurden offenbar nicht systematisch archiviert. Nebst der durchnumerierten Serie gab es auch noch viele verstreute Verträge, die in keinem älteren Inventar auftauchen.

Einige besonders interessante Verträge:
- Ausscheidungsverträge Burgergemeinde - Einwohnergemeinde von 1852 (VA FB 143 (1)-(7))
- Gutachten zur rechtlichen Stellung der Burgergemeinde zum Staat in Bezug auf ihr Privateigentum (VA FB 144 (33))
- Verkauf des Kirchen- und des Lindenfeldes an die Berne Land Company (VA FB 144 (38))
- Pachtvertrag für den Tierpark Dählhölzli (VA FB 146 (5))
- Vertrag zur Erhaltung des Egelsees als Wasserfläche (VA FB 147 (21))
- Die Berne Land Company verkauft der Burgergemeinde Land im Kirchenfeld für den Bau des Historischen Museums (VA FB 149 (4))
- Die BG tritt der "Stiftung Schweizerisches Nationalmuseum" Land im Kirchenfeld ab (VA FB 148 (23))
Als Beilagen zu den Verträgen und den Marchbeschreibungen hat es oft Pläne. In der Datenbank sind sie im Feld "Enthält" unter dem Stichwort "Plan" (String-Recherche) zu finden.
Die eigentliche Plansammlung ist in diesem Inventar nicht enthalten. Die Pläne werden nur in der Datenbank erfasst.
Die Akten des Forstbetriebs wurden im Lauf der Zeit ganz unterschiedlich oder überhaupt nicht geordnet. Deshalb wurden bei der Erschliessung zwei Serien gebildet: Nach Sachgeschäften geordnete Akten wurden so belassen, alle Übrigen nur chronologisch geordnet.
Umfang:12,4 Laufmeter
Link:Website

Bestandesbeschreibung

Bibliographie:Bill (1992)
Burgergemeinde (1986)
Mülinen (1915b)
Ris (1970)
Wäber (1870)
Rechtsform:Juristische Person
Erschliessungsgrad:Detailliert
Findmittel-Form:Digital
Findmittel-Qualität:Vollinventar
Stufe:Bestand

Persistent Identifiers (PIDs)

ARK:https://ark.burgerbib.ch/ark:36599/bnssf60cdrm
 

Deskriptoren

Einträge:  Bill (1992) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B)
  Mülinen (1915b) (Bibliographie/Nachschlagewerke\M)
  Ris (1970) (Bibliographie/Nachschlagewerke\R)
  Burgergemeinde (1986) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B)
  Wäber (1870) (Bibliographie/Nachschlagewerke\W)
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:Keine
Physische Benützbarkeit:Uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:https://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=121774
 

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