Cod. 137 (A) Vitae sanctorum, lat., 1175 (ca.)-1215 (ca.) (Codex Produktionseinheit)

Archive plan context


Identifikation sachlich

Ref. code:Cod. 137 (A)
Title:Vitae sanctorum, lat.
Contains also:Vitae sanctorum, lat.
Blattzählung:Moderne Foliierung: 1-51, 51a, 52-215
Format:32,5 x 22 cm
Language:Latein

Buchblock

Creation date(s):ca. 1175 - ca. 1215
Creation date(s), scattered dates:Feindatierung: Ende 12./ Anfang 13. Jh., sicher nach 1174 (Heiligsprechung Bernhards von Clairvaux)
Entstehungsort:Fankreich: Paris? (vgl. den sehr ähnlichen Buchschmuck in Cod. 554), Zisterzienser-Kloster?; Spanien (Homburger, wohl unzutreffend)
Material / Beschreibstoffe:Pergament
Material / Beschreibstoff Anm.:Pergament, spröde, mit vereinzelten Nähten und Löchern; einige Randstücke defekt
Lagen:11 IV{87}[inkl. f. 51a; Lagen I-III fehlen, die irrtümlich voraus eingebundene Lage VI gehört zwischen f. 24 und 25 eingebunden] + III{93}[Herstellungsabschnitt, kein Textverlust] + 15 IV{213} + I{215}[nur innerstes Doppelblatt von Lage 31 erhalten]. Lagensignaturen: Römische Ziffern: IV-XXX, die Ziffern V-VIII eingefasst und mit Ranken verziert; Reklamamten auf f. 133v, 189v, 197v, 205v, je unten am Rand.
Seiteneinrichtung:Zweispaltig, Schriftspiegel 24-24,5 x 15,5-16 (7) cm, 29 Zeilen; Linierung mit feinem Blei, Punktierung am inneren und äusseren Rand
Schrift / Schreiber:Frühe gotische Buchminuskel, kalligraphisch, schrägovaler Stil; einige litterae oblongatae auf obersten und untersten Zeilen; Schreiber: Mindestens fünf verschiedene Hände, mit einer Ausnahme nach Lagen verteilt: 1) f. 1-48, ähnlich f. 88-93v; 2) f. 49-87v, 102r-104v, 118-157v; 3) f. 94-101v, 105r-117v; 4) f. 158-173v; 5) f. 175ff.
Ausstattung / Buchschmuck:Der Codex ist reich geschmückt mit verschieden prächtig ausgeführten Initialen, die sich grob in 3 Typen unterteilen lassen:
Typ 1) 3- bis 4-zeilige Initialen: Roter und blauer Buchstabenkörper, reich gefüllt mit rotem, grünem und blauem abstraktem Blattwerk, sowie mit federgezeichneten Randleisten, die in Strahlenbündeln von Halmen oder Ähren enden (17ra, 19va, 20va, 21rb, 27rb, 31rb, 41vb, 47vb).
Typ 2) 6- bis 7 zeilige figürliche Initialen f. 59va, 60ra, 69va, 74va, 74vb (s. unten Bilder).
Typ 3) grosse 6- bis 7-zeilige Initialen f. 49va, 53vb sowie ähnlich, aber weniger schmuckvoll f. 128ra, 130vb, 140rb, 148rb; etwas verschieden im Stil sind f. 88ra und 118ra (grosse Initiale F, mit rotem und blauem Buchstabenkörper, von weissen Ranken umschlungen und roter Füllung); dazu ab f. 75 zahlreiche kleinere, 2-zeilige Initialen in Rot, Grün und Hellblau, mit Fadenranken in den Gegenfarben, und wieder ab f. 120 zahlreiche kleinere 2- bis 4-zeilige Initialen rot und hellblau, mit Verzierungen in den Gegenfarben (im Stil ähnlich wie Cod. 554).
Titel, Explicit und Incipit in Rot, gelegentlich Vorschriften für die Rubrizierung an den Rändern; einzelne Kolumnentitel; einige Grotesken f. 108rb, 186r.
Bilder / Malerei / Maler:Fünf mit figürlichen Darstellungen ausgestattete Zierbuchstaben, deren Gerüst jeweils aus überschlanken, in geperlte Blattbüschel auslaufenden Drachenleibern gebildet ist. Diese künstlerisch hochstehenden Gebilde ruhen auf mehrfarbiger, rot, hellblau, violett, moosgrün abgeteilter Unterlage, die - im Sinn spätromanischer Buchkunst - mit gewinkeltem Kontur den Umrissen des Buchstabens folgt. Die schlanken, steifen Figuren sind im Pergament ausgespart; den Rändern entlang sind Schattentöne in Blau, Rot oder Violett eingetragen, die Faltenschraffuren sind in den gleichen Farben oder mit Tinte gezogen.
f. 59va: Initiale D (54 x 56 mm). Ein herabfliegender Engel überbringt dem mit Kapuze, Rock und Untergewand bekleideten, auf einen Stab gestützten Joachim und der in die Pänula gehüllten Anna (Beischrift) die Botschaft.
f. 60ra: Initiale I (Randleiste, oben beschnitten, noch 180 x 27 mm). Wurzel Jesse-Typus: In fünf mandelförmigen, durch symmetrische Bänder gebildeten Räumen sind übereinander drei thronende Könige mit Musikinstrumenten, die ein Blütenszepter aufstützende Muttergottes mit dem Christkind, das eine rote Frucht hält, und Christus-Logos angeordnet; dass es sich um eine - nicht geläufige - Darstellung des Stammbaumes Christi handelt, wird nahegelegt durch die am unteren Ende wiedergegebene Figur des toten Adam.
f. 69va: Initiale M (110 x 77 mm). Tod Mariae, verteilt in die zwei Zwischenfelder einer unzialen M-Initiale, die aus zwei, in einer einzigen Tiermaske endenden Aspidenleibern zusammengesetzt ist; eine sehr reiche und charakteristische Blattpalmette bildet den Abschluss des linken Tieres. In einem auf Bogenstellungen ruhenden und mit rotgemusterter Decke belegten Bett liegt die durch eine Krone ausgezeichnete Tote, betreut von den Aposteln, von denen einer ein Rauchfass, ein anderer Weihwasserkessel und Rauchfass hält. Über ihre Köpfe ragt eine Darstellung des Gekreuzigten hinaus. Links sind die übrigen sechs Jünger aufgereiht, darüber ist wiedergegeben, wie die Seele Mariae durch das von zwei Engeln ausgebreitete Tuch nach oben gehoben wird.
f. 74va: Initiale A (105 x 80 mm). Der Querbalken des A ist als grüne Lanze gebildet, mit der ein dem Hauptbalken vorgeblendeter überschlanker Jüngling in den Leib des langgestreckten Drachen sticht: die Tierfigur ersetzt den geschwungenen Aufstrich des A. Zwischen den den Innenraum füllenden Ranken ein Vogel.
f. 74vb: Initiale F (144 x 44 mm). Im Zwischenraum zwischen dem Stamm und der Zunge des F ist dargestellt, wie Maria, das zu ihren Ehren geschriebene Buch haltend, dem heiligen Ildefons eine Alba überreicht. Der rote, von weissen, kaum sichtbaren Punktgruppen gesprenkelte Hintergrund ist durch eine hohe blaue Öffnung unterbrochen, zwischen den Figuren ist ein Schemel mit Lehne wiedergegeben.
Spätere Zusätze:Einige wenig spätere Korrekturen und Randnotizen (13./14, Jh.), die z.T. auf liturgischen Gebrauch hindeuten > ev. Hinweise auf das besitzende Kloster?
f. 108v spätere Notiz (15/.16. Jh.) zum heiligen Bernhard, vom gleicher Hand weitere Notiz f. 38r.
 

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Number:1
 

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