Mss.h.h.I.16 Schilling, Diebold: Spiezer Bilder-Chronik, dt., 1484-1485 (Konvolut/Codices/Bände)

Archivplan-Kontext

 

Identifikation formal

Signatur:Mss.h.h.I.16
Titel:Schilling, Diebold: Spiezer Bilder-Chronik, dt.
Darin:Schilling, Diebold: Spiezer Bilder-Chronik, dt.
Archivalienart:Schriftdokument
Umfang:805 S.
Format:40,5 x 31 x 9 cm
Sprache:Deutsch
Bemerkungen:Die Handschrift ist paginiert.
 

Bildbereich

Ansichtsbild:
 

Einband

Einbandentstehungzeitraum:1991
Einbandbeschreibung:Mit weissem Leder überzogene Holzdeckel mit geschrägten Kanten. Je Deckel 5 Metallbeschläge mit Messingbuckeln: 4 durchbrochene, verzierte Eckbeschläge, spitz gegen die Mitte zulaufend und Inschrift 'O Mater Dei miserere n[obis]', sowie ein ebenfalls verzierter Beschlag in der Mitte. Die Beschläge stammen vom ältesten Einband aus der Mitte des 16.Jh. Die beiden Messingschliessen gehören nicht zum originalen Bestand und wurden bei der letzten Restaurierung neu angefertigt. Der Band ist auf 4 erhabene Doppelbünde geheftet; die Kapitale sind mit weissem Leinenfaden umstochen.
Das Überzugmaterial stammt ebenfalls von 1991, abgesehen von einem originalen ersten Einbandfragment aus der Mitte des 16. Jh. (weisses Ziegenleder mit Blindrollenprägung) auf dem Vorderdeckel.
Die Dekorationselemente des Überzugs aus dem 16. Jh. bestehen aus vier Teilen (von aussen nach innen):
1) Doppelte Palmetten-Rolle – ähnlich Rolle 22 bei LINDT 1964.
2) Rolle mit Heiligenfiguren (u.a. Iesaias, darüber die Jahreszahl 1548) in gestreckten Achtecken (Inschriften: data est mihi is; de fructu ventri; su[pe]r solium David; ecce agn[us] Dei), wahrscheinlich die weiter verwendete Meisterrolle von Samuel Apiarius – abgebildet bei LINDT 1964, Rolle Nummer 12.
3) Medaillon-Rolle mit Profilköpfen des Samuel Apiarius [belegt in Berner Urbarien von 1531, z.B. Bern II Nr. 13 StA], von Hans Stuber und Nachfolgern verwendet – abgebildet bei LINDT 1964, Rolle Nummer 13.
4) Rechteckiges Mittelfeld mit zwei Reihen gefiederten Blütenfriesen.

Zwei separate Schachteln [Mss.h.h.I.16:1 bzw. Mss.h.h.I.16:2] enthalten Einbandmaterial, das bei der Restaurierung von 1991 entfernt wurde. Es handelt sich um folgende Teile:
1) Die originalen Buchenholzdeckel aus dem 16. Jh., 40 x 27 cm, die bei der Restaurierung 1939/40 noch wiederverwendet wurden. Auf der Innenseite des Hinterdeckels ist in Spiegelschrift der Abklatsch einer Urkunde sichtbar.
2) Der Überzug von 1939/40 inklusive 3 Vorsatzblätter. Der Überzug besteht aus hellbraunem Schweinsleder mit Blindprägung (Motiv: spielende Bären in Arabeskenverzierung); auf dem Rücken ist die Bezeichnung ‚Schilling‘ und 'Mss.Hist.Helv.I.16' eingeprägt.
3) Eine Mappe mit ‚Fragmenten, die auf den Vorsatzblättern klebten‘. Es handelt sich dabei um a) ein Doppelblatt 21,5 x 27 cm mit einem von F. Bürki geschriebenen Bildverzeichnis sowie Literaturangaben; b) eine von F. Bürki verfasste handschriftliche Notiz, 15 x 16 cm zum Kauf der Chronik; c) eine wohl aus dem 18. Jh stammende Notiz (9 x 7 cm) zur Wappentafel von S. 29 (dieselbe Schrift dort bei den Wappen).
 

Buchblock

Entstehungszeitraum:1484 - 1485
Entstehungszeitraum, Streudaten:Datierung: Unvollendet beim Tod Schillings 1485
Entstehungsort:Bern
Material / Beschreibstoffe:Papier
Ausstattung:ja
 

Buchgeschichte

Provenienz:Vorbesitzer: Auftraggeber Rudolf von Erlach (1449–1507), nach dessen Tod sein Sohn Johann von Erlach (1474–1539), der die Tradition der Familienchronik, wie die Notiz über den Tod seines Vaters auf S. 793 bezeugt, noch weiterführt. Mit der Erbschaft von Schloss und Herrschaft Spiez, das Johann von seinem Cousin Ludwig von Erlach (1470–1522) erhält, wird aus der 'Privaten Chronik' eine 'Spiezer Chronik.
Danach verbleibt die Chronik nachweislich bis 1874/75 in der Familienbibliothek von Erlach im Schloss Spiez, denn in der Konkursmasse des letzten Schlossherren Albrecht Ferdinand von Erlach (1821–1884) figuriert auch der 'Spiezer Schilling'. Offenbar gelang es einem Interessenten, die Handschrift vor der Versteigerung an sich zu bringen, denn im gedruckten Versteigerungskatalog von 1875 sucht man die Handschrift vergeblich.
Beim neuen Besitzer handelt es sich um den Sammler und Politiker Friedrich Bürki (1819–1880), wie sich aus einer eingeklebten handschriftlichen Notiz ergibt: "Diese Chronik von Diebold Schilling stammt aus der Bibliothek im Schloss Spiez und wurde im Jahr 1875 von dem Unterzeichneten käuflich erworben …"
Nach dem Tode Bürkis 1880 wurde im darauf folgenden Jahr ein grosser Teil der Sammlung in Basel versteigert. Die Handschrift verblieb jedoch im Besitz der Erben und wurde im November 1888 der Berner Stadtbibliothek geschenkt, wie das Manual der Bibliothekskommission, Sitzung vom 17. November 1888, bezeugt: "Der Herr Präsident gibt ferner bekannt, daß die prächtige, aus dem Schlosse Spiez stammende Handschrift der Chronik Diebold Schillings, welche sich im Besitze des Herrn Bürki-Marcuard befand und bei dessen Tod verloren schien, wieder gefunden und der Stadtbibliothek von der Tit. Erbschaft geschenkweise überlassen worden ist."
Literatur im Bibliothekskatalog:http://aleph.unibas.ch/F/?func=find-c&ccl_term=wlt%3D%22BBB%20Mss.h.h.I.16%22
Digitalisat (E-Codices):http://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/bbb/Mss-hh-I0016
 

Weitere Angaben

Person:Schilling, Diebold (ca. 1430-1486)
betr. Vorbesitzer: Bürki, Friedrich (1819-1880)
betr. Vorbesitzer: Erlach, Johann von (1474-1539)
betr. Vorbesitzer: Erlach, Rudolf Albrecht Ferdinand von (1821-1884)
betr. Vorbesitzer: Erlach, Rudolf von (1448-1507)
betr. Vorbesitzer: Erlach von (Familie); Burger von Bern, Schmieden und Distelzwang, 1270
Ort:Bern (BE)
Spiez (BE)
 

Deskriptoren

Einträge:  Bürki, Friedrich (1819-1880) (Personen\Natürliche Personen\B)
  Erlach, Rudolf Albrecht Ferdinand von (1821-1884) (Personen\Natürliche Personen\E)
  Bern (BE) (Orte\Sch\Schweiz (CH)\Bern (Kanton))
  Erlach, Johann von (1474-1539) (Personen\Natürliche Personen\E)
  Erlach, Rudolf von (1448-1507) (Personen\Natürliche Personen\E)
  Erlach von (Familie); Burger von Bern, Schmieden und Distelzwang, 1270 (Personen\Natürliche Personen\E)
  Schilling, Diebold (ca. 1430-1486) (Personen\Natürliche Personen\Sch)
  Spiez (BE) (Orte\Sch\Schweiz (CH)\Bern (Kanton))
 

Behältnisse

Anzahl:1
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:siehe auch:
Mss.h.h.I.16 Spiezer Chronik des Diebold Schilling (kodikologische Beschreibung siehe Bereich Bongarsiana Codices unter: Weitere Handschriftenbeschreibungen), 15. Jh. (Konvolut/Codices/Bände)
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:Burgerbibliothek Bereichsleitung
Physische Benützbarkeit:Klima sensitiv
Zugänglichkeit:Nach Rücksprache
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL: http://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=130159
 
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