Cod. 47 (A) Passiones Sanctorum; Homiliae (= Passionar der Kathedrale Strassburg: Winterteil), lat., 11. Jh. (ca.)-1233 (ca.) (Codex Produktionseinheit)

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Identifikation sachlich

Ref. code:Cod. 47 (A)
Title:Passiones Sanctorum; Homiliae (= Passionar der Kathedrale Strassburg: Winterteil), lat.
Contains also:Passiones Sanctorum; Homiliae (= Passionar der Kathedrale Strassburg: Winterteil), lat.
Enthält den Winterteil des Legendars, d.h. nach Festtagen geordnete, zu den Lesungen bei der Matutin bestimmte Sammlung von Legenden einzelner Märtyrer und Gattungen von Märtyrern von Advent (29. Nov.), S. Andreas (30. November), S. Vigilius (31. Januar), es folgen u.a. der Einschub für S. Johannes apost. ante portam latinam (6. Mai), dann für Apostel, Päpste, Märtyrer etc. bis 29. Juni; f. 118rb-119va Nachtrag für S. Trudbert (26. April, Gründer des gleichnamigen Gotteshauses im Breisgau). Die hinzugefügte Lage f. 88-95 enthält Lesestücke mit Prosa (Sequenz) für den Evangelisten Johannes und für das Fest der Kreuzerhöhung. - Ein Abschnitt für die heilige Odilia am 13. Dez. (f. 9v) zeugt für Gebrauch des Passionars in Strassburg, auf das Elsass weisen ferner Lesungen für die heiligen Arbogast und Florentius, beide im zugehörigen Cod. 114 (ff. 13v, 152r), die letztere um 1200 hinzugefügt zusammen mit der 'Vita sancti Heinrici imperatoris et confessoris', des Titularheiligen des Basler Münsters (Cod. 114, f. 52v); Adelphus wird in Metz wie im niederelsässischen Neuweiler verehrt.
Blattzählung:Moderne Foliierung: 1-119
Format:36 x 26 cm (die eingeschobene Lage f. 88-95: 34 x 20 cm)
Language:Latein

Buchblock

Creation date(s):approx. 11th cent. - approx. 1233
Creation date(s), scattered dates:Feindatierung: Hauptteil 11. Jh., mit Nachträgen des 12. bis frühen 13. Jh. (f. 83rb-vb, f. 118rb-119va sowie die eingeschobene Lage f. 88-95 ).
Entstehungsort:Frankreich: Elsass, wohl Strassburg
Material / Beschreibstoffe:Pergament
Material / Beschreibstoff Anm.:ungleichmässig beschnitten; Proportion 1,337 : 1
Lagen:(IV-1){7}[unsicher] + 14 IV{119}[inkl. die eingeschobene Lage f. 88-95]; keine Lagensignaturen.
Seiteneinrichtung:Zweispaltig, Schriftspiegel 26,5 x 18,5-19 (8) cm, 31 Zeilen; Blindlinierung wie Cod. 114;
eingeschobene Lage f. 88-95 zweispaltig, Schriftspiegel 25 x 16-17 (7,5-8), 33 Zeilen (Musik-Passagen 16 Textzeilen), mit Stift/Tinte regliert.
Schrift / Schreiber:Haupt-Schriftart: Späte karolingische Minuskel, senkrecht ausgerichtet und ziemlich breit gelagert (wohl für das Elsass charakteristisch?). Es fallen auf die Formen des z, die Ligaturen für us, st, NT, orum. Überschriften der Lesestücke in Capitalis rustica, die erste Lektion eines Tages zumeist in einer mit A-Capitalis gemischten Unzialis.
Nachträge in später karolingischer/ früher gotischer Minuskel.
Ausstattung / Buchschmuck:Initialschmuck: 5 rote, federgezeichnete, durchaus einheitliche und künstlerisch hochstehende 4- bis 6-zeilige Initialen mit Ranken und Flechtwerk sowie eine mit Drachenkopf; sie gehören der nachottonischen, zur Romanik überleitenden Stilstufe an (Anfänge des gebogten Knollenblattes), im Einzelnen:
f. 1ra, Initiale 'J' (In vigilia Sancti Andreae): Aus dem gespaltenen, auf beiden Seiten in straff gespanntem Geflecht endenden und von zwei Schlaufen zusammengehaltenen Buchstaben spriessen vom Stamm wie vom oberen Knoten aus gebogte (gelappte) Blätter hervor.
f. 1ra, Initiale 'T' (In vigilia Sancti Andreae): Durch dachförmiges Geflecht werden die beiden Balken an ihrem Schnittpunkt verbunden, schlaufenförmige Bänder verbinden sie mit symmetrisch die Winkel füllenden, S-förmigen Ranken; üppiges knollen- und kleeblattförmiges Blattwerk.
f. 2rb, Initiale 'C' (In natalicia Sancti Andreae): Der in der Mitte und an den beiden Enden anschwellende und sich spaltende Buchstabenkörper sendet symmetrisch zwei Ranken aus, die in ihrem spiraligen Verlauf sich gegenseitig verflechten und die Innenfläche ausfüllen mit knollenartigen Schösslingen und pfeilförmigen oder dreiblättrigen Blüten.
f. 72va, Initiale 'S' (In natalicia Sancti Johannis): Entsprechend dem vorigen C sind beide durch die S-Kurve abgegrenzten Innenfelder dicht gefüllt von den sich überschneidenden und durchflechtenden Schösslingen und Abzweigungen je einer Ranke; man beachte die baumartige Verfestigung der oberen.
f. 77ra, Initiale 'G' (In natalicia apostolorum Petri et Pauli): Während die untere Ranke den Auslauf des Buchstabenkörpers fortsetzt und in spiraliger Einrollung eine Hälfte des Hohlraumes füllt, wird die obere nur durch einen das Ende bildenden Tierkopf in unklarer Weise mit dem unteren Ende des Buchstabens verknüpft (der Kopf und die kleeblattförmigen Blütenenden mit schwarzer Tinte nachgezeichnet).
Ferner hellrote Titel in Rustica, zahlreiche schmucklose Initialen zu den einzelnen Stücken in Rot, 4- bis 5-zeilig; römische Kapitelzählung mit einfachen roten Zierpunkten, dazu kleine rote Initialen.
Schmuck der eingeschobenen Lage f. 88-95 in ähnlichem Stil, dazu rote Notenlinie, im Text rote Strichelung; beachtenswert ist die zweifarbige Initiale rot/schwarz auf f. 88ra.
Spätere Zusätze:f. 1r oben Titelnotiz von der Hand M. Wilds: 'Legendae vel homiliae sanctorum incipiunt a sancto Andrea apostolo.'

Weitere Angaben

Bibliographie:Bischoff (1998); S. 108 (Nr. 515)
 

Descriptors

Entries:  Bischoff (1998) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B)
 

Containers

Number:1
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=130827
 

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