Cod. 218 (A) Guillaume de Machaut: Oeuvres, franz., 1371 (Codex Produktionseinheit)

Archive plan context


Identifikation sachlich

Ref. code:Cod. 218 (A)
Title:Guillaume de Machaut: Oeuvres, franz.
Contains also:Guillaume de Machaut: Oeuvres (Balades, Chansons etc.), franz.
Blattzählung:Moderne Foliierung: 1–103 [hier verwendet, die romanistische Forschung zählt nach alter Foliierung 1–138].
Alte zeitgenössische Foliierung in Rot i – vi{xx} xviii (= 1–138), oben mittig auf den Rectoseiten. Zahlreiche Auslassungen und Umstellungen durch die Verstümmelung der Handschrift: Es fehlen die Blätter iv – v (nach f. 3), ix – xx (nach f. 6), xxix (nach f. 14), xli (nach f. 25), xlviii – xil (nach f. 31), lxi – lxviii (nach f. 42), lxxi (nach f. 44), iiii{xx} (nach f. 52), iiii{xx} iii (nach f. 54), iiii{xx} xiv (nach f. 64), cvii (nach f. 76), cxv (nach f. 83), vi{xx} iv (nach f. 91), vi{xx} vi (nach f. 92), vi{xx} ix (nach f. 94).
Zwischen iiii{xx} v und iiii{xx} xv (f. 56 und 65) falsche Zählung; f. 93/94 (vi{xx} viii/ vi{xx} vii) sind heute vertauscht.
Format:29,5 x 21 cm
Language:Französisch
Comments:In der Literatur zitiert als Cod. K.

Buchblock

Creation date(s):1371
Creation date(s), scattered dates:Datum: <11> April 1371 (Freitag der zweiten Woche des April 1371, laut Kolophon).
Entstehungsort:FR, Île-de-France: Sens?
Material / Beschreibstoffe:Pergament
Material / Beschreibstoff Anm.:Feines Pergament, unregelmässig beschnitten, mit wenigen Fehlstellen und Nähten; Gewicht: 1140g.
Lagen:(IV-2){6} + IV{14} + 2 (IV-1){28} + (IV-2){34} + IV{42} + (IV-1){49} + (IV-2){55} + IV{63} + 4 (IV-1){91} + (IV-2){97} + II{101} + I{103}.
Nach f. 6 fehlen 12 Blätter (vermutlich zwei Ternionen), nach f. 42 fehlen 8 Blätter (Quaternio); zu den fehlenden Einzel- und Doppelblättern s. oben Blattzählung.
Reklamanten jeweils unten rechts auf der letzten Versoseite der Lagen (ausser f. 91, da hier das letzte Blatt der Lage fehlt), teilweise mit Rot und Gelb verziert. Auf der rechten unteren Ecke einiger Rectoseiten (z.B. f. 37r, 38r) Spuren von Lagensignaturen.
Seiteneinrichtung:Zweispaltig, Schriftspiegel 21 x 14,5 (6,5–7) cm, 42 Zeilen, mit Tinte fein regliert, Punktierung an den Rändern teilweise sichtbar.
Schrift / Schreiber:Gotische Minuskel (Textualis formata). Versanfänge in abgesetzten, gelb hinterlegten Buchstaben. Rubrizierung und Miniaturen sind vermutlich von einem zweiten Schreiber ausgeführt; vgl. die Anweisungen am Rand von f. 36v–40v; 100r.
Schreiber: Guiot de Sens, belegt 1371 – 103ra gereimtes Kolophon: 'Explicit ou mois dauril / Qui est gay cointe et gentil / l an mil ccc lx et xi / Dauril la sepmaine seconde / Acheva a 1 vendredi / Guiot de sens cest liure ci / Et le commensa de sa main / Et ne fina ne soir ne main / Tant qui leut leuure acomplie / louee soit la vierge marie.'
Ausstattung / Buchschmuck:Rubriziert; viele Initialen mit und ohne Blattgold. An neun der 13 Miniaturen (Nr. 1–3; 6–9; 11; 13) schliessen sich vier- (1ra, 7ra, 27ra) bzw. dreizeilige (43ra, 45rb, 48vb, 51rb, 97rb, 100rb) Lombarden an, ausgeführt in Blau- und Rottönen, weiss gemustert, auf Goldgrund und mit Dornblatt-Ranken (1ra ganzseitig) in den entsprechenden Farben verziert. Innerhalb der Kapitel zahlreiche, meist zweizeilige Lombarden, meist abwechselnd blau mit rotem bzw. Blattgold mit schwarzem Fleuronné. - 41v, 42v: Mensuralnotation auf 5 Linien - 64ra kleiner Frauenkopf am linken Rand.
Bilder / Malerei / Maler:Am Beginn der einzelnen Dichtungen spaltenbreite gotische Miniaturen*** (5,5–7,5 x 6,5–7 cm), blau und violett gerahmt, weiss gehöht, mit goldenen Ecken und Dornblattranken. Die 13 – ursprünglich mindestens 18 – Miniaturen stammen aus einem zweitklassigen Pariser Atelier (EARP 1995, S. 135, 139–145).
1ra (Nr. 1, zu La louanges des dames): Ci commencent les balades. L’amant. Guillaume, der Liebende in blaugrauem Gewand mit mennigroter Kapuze und rosa Strümpfen, wandelt mit verschränkten Armen auf einem Rasen unter Bäumen. Hintergrund weinrot, golden quadriert.
7ra (Nr. 2, zu Le dit du vergier): Ci commence le dit du vergier. Der wie oben gekleidete Dichter sitzt auf einem Rasen unter Bäumen; darüber der geflügelte Amor in mennigrotem Gewand sowie goldener Krone und Fackel. Hintergrund weinrot, golden quadriert.
27ra (Nr. 3, zu Remède de fortune): Ci commence remede de fortune. Die Geliebte im rosafarbenen Kleid gibt dem Liebenden im mennigroten Gewand mit violetter Kapuze einen Ring; dahinter steht eine violett gekleidete Dame (Hoffnung?). Beide Damen tragen ein mennigrotes Unterkleid. Szenerie: Wiese mit drei Bäumen vor goldenem Hintergrund.
30vb (Nr. 4, zu Remède de fortune): Comment l’ament se depart de sa dame. Mit Gebärden nehmen die Liebenden Abschied voneinander: Der Dichter in olivgrünem Gewand mit mennigroter Kapuze und blaugrauen Strümpfen, die Geliebte in blaugrauem Kleid. Hintergrund weinrot, quadratisch gemustert und ornamentiert.
35rb (Nr. 5, zu Remède de fortune): Les droites armes des amans: el escu bleu. Mennigrotes Herz, von einem langen schwarzen Pfeil durchbohrt, im blauen Schild, der mit weissen Tränen übersät ist. Hintergrund karminrot, schwarz quadriert und mit weissem Diagonalnetz.
43ra (Nr. 6, zu Le dit du lion): Ci commence le dit du lion. Der Dichter im hellblauen Gewand sowie mennigroten Strümpfen und Kapuze begegnet im Wald dem Löwen. Szenerie: Wiese mit engstehenden Bäumen vor goldenem Hintergrund.
45rb (Nr. 7, zu Le dit du lion): [ohne Titel] Die in Rosa gekleidete Dame legt dem Löwen in ihrem Schoss die Hand auf das Haupt. Szenerie: Wiese mit drei Bäumen vor ultramarinblauem, quadriertem und mit mennigroten und hellblauen Ornamenten verziertem Hintergrund.
48vb (Nr. 8, zu Le dit du lion): Des faus amens. Die trügerisch Liebenden stehen sich auf einer Wiese mit drei Bäumen gegenüber. Er trägt ein rosafarbenes Gewand sowie mennigrote Strümpfe und Kapuze, sie ein violettes Kleid mit mennigrotem Unterkleid. Hintergrund golden.
51rb (Nr. 9, zu Le dit du lion): De Robin et Mariom en sothas (Holzschuhe?). Robin, im rosafarbenen Gewand mit mennigroter Kapuze, händigt Marion im blaugrauen Kleid eine weisse Tragtasche aus. Hintergrund weinrot, golden quadriert.
79va (Nr. 10, zu La fonteinne amoureuse): Du Dieu de someil et de sa couche. Der unter Bäumen schlafende Gott im hellblauen Gewand mit mennigroter Kapuze. Hintergrund golden.
97rb (Nr. 11, zu Le chastel d'amours): Ci commence le chastel d'amours. Die Dame im grauen Kleid begegnet vor dem zinnenbekrönten rosafarbenen Schloss mit grauem Dach dem mennigrot gekleideten Mann mit rosa Kapuze und brauner Keule. Hintergrund ultramarinblau, die Quadrate golden schraffiert .
98rb (Nr. 12, zu Le voir dit): Comment Titus Livius figure l’ymage de Fortune. In einem weissen Kreis steht eine Dame im hellblauen Kleid, daneben drei (statt vier) weisse Ringe. Hintergrund ultramarinblau, mit goldenen Federranken, im Kreis karminrot, spiralig goldgehöht.
100rb (Nr. 13, zu Le voir dit): Coment les paiens figurent l’ymage de Fortune. Im sich drehenden grauen Rad steht die mit rotem, Hermelin gefütterten Mantel bekleidete Göttin Fortuna mit zwei Gesichtern, das eine Freude, das andere Schmerz ausdrückend. Hintergrund lilafarben, mit weissen Federranken, im Rad blau, schwarz quadriert mit roter und weisser Musterung.
Spätere Zusätze:1vb, 36ra, 103ra (und weitere) Ergänzungen von späteren Händen, 15. Jh.

Weitere Angaben

Person:betr. Schreiber: Guiot de Sens (belegt 1371)
Bibliographie:ARLIMA (Internet); https://www.arlima.net/mss/suisse/bern/burgerbibliothek/0218.html
Hoepffner (1908-1921); S. XLIV-LI
JONAS (Internet); http://jonas.irht.cnrs.fr/manuscrit/8081
Ludwig (1926-1954); Bd. 2, S. 13*–14*
Mostert (1989); S. 64 (Nr. 116)
Reaney (1969); S. 52
Scarpatetti (1983); Textbd. S. 19 (Nr. 41); Tafelbd. Abb. 134
Schrade (1956); S. 32-33
 

Descriptors

Entries:  Guiot de Sens (belegt 1371) (Personen\Natürliche Personen\G)
  Ludwig (1926-1954) (Bibliographie/Nachschlagewerke\L)
  Scarpatetti (1983) (Bibliographie/Nachschlagewerke\S)
  Reaney (1969) (Bibliographie/Nachschlagewerke\R)
  Hoepffner (1908-1921) (Bibliographie/Nachschlagewerke\H)
  ARLIMA (Internet) (Bibliographie/Nachschlagewerke\A)
  Schrade (1956) (Bibliographie/Nachschlagewerke\Sch)
  Mostert (1989) (Bibliographie/Nachschlagewerke\M)
  JONAS (Internet) (Bibliographie/Nachschlagewerke\J)
 

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