Signatur: | N Edgar Graf |
Titel: | Nachlass Edgar Graf [Le Comte] (1907-1966) |
Entstehungszeitraum: | 1931 - 1976 |
Bestandesgeschichte / Charakterisierung: | Kurzbiographie Edgar Graf wurde am 23. Juni 1907 als einziges Kind des Emil Graf, eidgenössischer Beamter in Bern und Mitglied der Gesellschaft zu Mittellöwen, und der Rosalie geb. Schlup aus Neuenburg geboren und wuchs in Bern auf. Nach der Matur absolvierte er in Bern die Lehramtsschule sprachlich-historischer Richtung, wo er u.a. von Gonzague de Reynold (1880-1970), Fritz Strich (1882-1963, siehe Nachlass in BBB) und Karl Jaberg (1877-1958) wichtige Impulse empfing. Anschliessend wurde er zuerst Hilfslehrer, später vollamtlicher Sekundarlehrer in Bümpliz. Daneben amtete er als Mitglied des Kirchgemeinderates von Bümpliz. Edgar Graf zeichnete sich durch vielseitige Begabungen aus. Zweisprachig aufgewachsen legte er dem von ihm verehrten Charles Ferdinand Ramuz (1878-1947) sein Jugendwerk "Vers le grand retour" vor, später beschrieb er in stimmungsvollen Aufsätzen die Lorraine und das Breitenrainquartier in Bern, wo er seine Kindheit verbracht hatte. Für die Schule verfasste er französischsprachige Theaterstücke, die zusammen mit solchen anderer Autoren 1964 unter dem Titel "L'école de rire" herausgebracht wurden. Angeregt durch seinen Lehrer Theophil Ischer begann Graf schon früh, Eindrücke skizzenartig festzuhalten. Es entstanden schliesslich eine lange, von 1923 fast bis zu seinem Tode am 1. Mai 1966 sich erstreckende Reihe von Skizzenbüchern sowie zahlreiche aquarellierte Zeichnungen. Dargestellt sind Berner Quartierszenen v.a. aus der Lorraine und dem Breitenrain, das Interieur seiner eigenen Wohnung und Szenen seiner Reisen v.a. in die Picardie, nach Paris und ins Tessin. Einige seiner Berner Zeichnungen erschienen zusammen mit seinen Aufsätzen in der "Zeitglocke" und später in "Die Zeit". Musikalisch zeichnete er sich durch sein bei Franz Josef Hirt (1899-1985) erlerntes Klavierspiel aus, das er so gut beherrschte, dass er selbst Unterricht erteilte. Als Komponist schuf er, inspiriert durch seine genealogischen Forschungen, das "Crucis Comes-Lied". Die genealogischen Forschungen konzentrierten sich auf seine eigene Familie, die auf den aus der Picardie stammenden und Grandson tätig gewesenen Reformator Jean Le Comte de la Croix (1500-1572) zurückgeht. Ausführlichen Einblick in sein Leben geben seine von 1931 bis 1961 reichenden Tagebücher. Eine zweite Serie, die so genannten "Nachtnotizen", setzen 1957 ein und hören erst mit seinem Hinschied am 1. Mai 1966 auf. Sie zeigen Grafs Hang zur Mystik und geben vertieften Einblick in sein zeitlebens von starkem Auf und Ab geprägtes Seelenleben.
Beschreibung des Bestandes Der Nachlass Edgar Grafs misst 2,1 Laufmeter. Den grössten Teil bilden einerseits die Tagebücher und andererseits die Skizzenbücher und übrigen teils aquarellierten Zeichnungen. Wesentlich geringeren Anteil haben die Unterlagen zur Familienforschung und zum literarischen Schaffen.
Geschichte des Bestandes Der Nachlass gelangte 1966 an die Burgerbibliothek. Ein kleiner Nachtrag [siehe 9] folgte 1985. |
Umfang: | 2,1 Laufmeter |
Bestandesbeschreibung |
Person: | Bestandsbildner / Bestandsbildnerin: Graf, Edgar (1907-1966) |
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Rechtsform: | Natürliche Person |
Erschliessungsgrad: | Detailliert |
Findmittel-Form: | Analog |
| Digital |
Findmittel-Qualität: | Vollinventar |
Stufe: | Bestand |
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Deskriptoren |
Einträge: | Graf, Edgar (1907-1966) (Personen\Natürliche Personen\G) |
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Behältnisse |
Anzahl: | 2 |
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Benutzung |
Erforderliche Bewilligung: | Keine |
Physische Benützbarkeit: | Uneingeschränkt |
Zugänglichkeit: | Öffentlich |
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URL für diese Verz.-Einheit |
URL: | https://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=122368 |
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