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Mss.h.h.I.16 (A) Schilling, Diebold: Spiezer Bilder-Chronik, dt., 1484-1485 (Codex Produktionseinheit)
Identifikation sachlich |
Signatur: | Mss.h.h.I.16 (A) |
Titel: | Schilling, Diebold: Spiezer Bilder-Chronik, dt. |
Darin: | Schilling, Diebold: Spiezer Bilder-Chronik, dt. |
Blattzählung: | Moderne Paginierung: I–VIII, 1–806; alte arabische Foliierung (1–380) auf S. 39–793, wohl Mitte des 16. Jh. in den noch losen Lagen angebracht. |
Format: | 37 x 26 cm, oben ca. 1 cm, unten und seitlich ca. 2 cm beschnitten; das Blatt mit S. 113/114 steht ca. 1,5 cm über den Buchblock hinaus und ist eingefaltet. |
Sprache: | Deutsch |
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Buchblock |
Entstehungszeitraum: | 1484 - 1485 |
Entstehungszeitraum, Streudaten: | 1484/85, aus paläographischen Gründen ('Altersschrift' Diebold Schillings; vgl. ZAHND 1991, S. 1f.) |
Entstehungsort: | CH: Bern |
Material / Beschreibstoffe: | Papier |
Material / Beschreibstoff Anm.: | 2°, hauptsächlich zwei Sorten: 1) Dickeres, qualitativ hochwertiges Papier aus der Papiermühle zu Thal mit Wasserzeichen Berner Bär (Lagen 7–8, 10–14, 16–18 [ausser S. 263/264: Wasserzeichen Anker, Mitte 16. Jh.], 20–40 und 42–50); 2) Dünneres, minderwertiges Papier aus der Gallizonischen Papiermühle zu Basel mit Wasserzeichen Buchstabe ‚D‘ (Lagen 1–6, 9, 13–15, 19, 41 und 51). |
Lagen: | II {VIII} + (V-1) {18} + V {38} + 2 IV {70} + (V-1) {88} + 44 IV {792} + (IV-1) {806}. 4 originale Vorsatzblätter (S.I-VIII) und 50 meist aus Quaternionen bestehende Lagen. Die starke Strapazierung vieler Aussenblätter der Lagen zeigt, dass die Handschrift zunächst ungebunden war. Das letzte Blatt von Lage 17 ging sogar verloren und ist heute durch ein leeres Blatt ersetzt (S. 263/264). Erst der in der Mitte des 16. Jh. wurde der Band fest gebunden; dabei gerieten die Lagen 29 und 30 (f. 348–363 = S. 441–472) zwischen die Lagen 48 und 49. Dieser Irrtum wurde bei der, wohl gleichzeitigen, Foliierung bemerkt, wobei zwar die einzelnen Blätter fortlaufend (d.h. falsch) nummeriert, der Fehler bei der Übertragung ins Inhaltsverzeichnis jedoch berücksichtigt wurde. Die richtige Reihenfolge der Lagen wurde bei der Neubindung von 1939 wieder hergestellt. |
Seiteneinrichtung: | Einspaltig, Schriftraum 24,5 x 15,5 cm, 37–40 Zeilen. Die Räume zwischen den Kapiteln, Titeln und Abschnitten sind oft sehr breit. |
Schrift / Schreiber: | Schreiber: Schilling, Diebold (ca. 1436-ca.1485), autograph. Schrift: 'Bastarda libraria': nach ZAHND 1991, S. 1f., ist dessen ‚Altersschrift‘, kursiver und fliessender geschrieben als diejenige der früheren Werke; das Schriftbild zeigt aber auch Merkmale von Flüchtigkeit und Eile (ebd., S. 4). Wenige Nachträge von drei Händen (A, B, C, s. unten spätere Zusätze). |
Ausstattung / Buchschmuck: | Jedes Kapitel beginnt mit einer einfachen, drei- oder vierzeiligen Initiale in rot oder blau; häufig finden sich rote Strichelung an den Satzanfängen sowie Zierelemente in den Leerräumen. Auf drei Seiten stehen grosse ornamentale Initialen: 27 Am Beginn der Widmung eine 23zeilige Rankeninitiale >I<, blau und braun, mit Goldverzierung. 39 Am Beginn des Prologes eine 25zeilige Initiale >I< in einem, mit Goldrahmen verzierten Kasten mit einer Ansicht der Stadt Bern; am linken Rand ganzseitige Blumenranke mit Goldverzierung. 228 Am Anfang des Laupenkrieges eine 15zeilige Rankennitiale >V<, blau und braun, mit Goldverzierung. |
Bilder / Malerei / Maler: | Die Handschrift enthält insgesamt 339 kolorierte, jeweils mit Tintenrahmen eingefasste Illustrationen sowie eine Drachenzeichnung zur Überdeckung eines Schreiberfehlers (77). Bei den bebilderten Kapiteln stehen die Illustrationen immer zwischen Titel und Text. Über die ganze Handschrift verteilt finden sich insgesamt 24 Tierzeichnungen, meist Vögel und Insekten, die z.T. mit den Texten und Illustrationen interagieren (84, 88, 145, 194, 204, 225, 233, 239, 387, 420, 440, 468, 515, 609, 633, 634, 650, 655, 666, 722, 740, 761, 789, 792). Eine ausführliche Beschreibung der Illustrationen findet sich ferner bei BARTLOME 1991, S. 161–454; zur Herstellungsweise der Illustrationen vgl. SAURMA-JELTSCH 1991, S. 31–37; zur Zusammensetzung von Tinte und Farben vgl. OBERHOLZER/ DARBRE 1991, S. 9f. |
Spätere Zusätze: | Ergänzungen und Nachträge von 3 Händen: 1) Hand A, Anfang 16. Jh.: Einträge mit Bezug zur Familie von Erlach, vermutlich von der Hand Johanns von Erlachs, dem Sohn des Auftraggebers Rudolf von Erlach verfasst (S. 276, 668 und 793); 2) Hand B, Mitte 16. Jh.: Im Textteil Foliierung mit arabischen Zahlen 1–380 (S 39–793) sowie im Inhaltsverzeichnis aufgeklebte Papierstreifen mit den Seitenzahlen (S. 2–22, s.oben Blattzählung und Lagen) und nachgetragener letzter Titel (S. 22); auf den drei obersten Doppelblättern von Lage 50 (S. 779–790) finden sich Papierstreifen mit grüner oder azurblauer Einfärbung der Verbindung; 3) Hand C, Ende 17. Jh.: Mit der falschen Einbindung der Lagen 29 und 30 (f. 348–363 = S. 441–472, s. oben Lagen) in Zusammenhang stehende Blattverweise (S. 440, 441, 472, 473 und 760). |
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Weitere Angaben |
Person: | Schreiber / Schreiberin: Schilling, Diebold (ca. 1430-1486) |
Bibliographie: | Bloesch-Katalog (1895); S. 3 |
| Handschriftencensus Bern (Internet); http://www.handschriftencensus.de/22908 |
| Scarpatetti (1983); Textbd. S. 30 (Nr. 73); Tafelbd. Abb. 518, 519 |
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Deskriptoren |
Einträge: | Schilling, Diebold (ca. 1430-1486) (Personen\Natürliche Personen\Sch) |
| Scarpatetti (1983) (Bibliographie/Nachschlagewerke\S) |
| Bloesch-Katalog (1895) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B) |
| Handschriftencensus Bern (Internet) (Bibliographie/Nachschlagewerke\H) |
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Behältnisse |
Anzahl: | 1 |
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Benutzung |
Erforderliche Bewilligung: | Burgerbibliothek Bereichsleitung |
Physische Benützbarkeit: | Klima sensitiv |
Zugänglichkeit: | Nach Rücksprache |
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URL für diese Verz.-Einheit |
URL: | https://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=130582 |
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