Cod. 296 (A) Guillaume d'Orange: Petit cycle [unvollständig], franz., 1250 (ca.)-1300 (ca.) (Codex Produktionseinheit)

Archivplan-Kontext


Identifikation sachlich

Signatur:Cod. 296 (A)
Titel:Guillaume d'Orange: Petit cycle [unvollständig], franz.
Darin:Guillaume d'Orange: Prise d'Orange, Chevalerie Vivien, Aliscans, Bataille Loquifer, Moniage Rainouart, Moniage Guillaume, franz.
Blattzählung:Moderne Foliierung: 1-199
Format:26 x 18,5-19 cm, beschnitten
Sprache:Französisch

Buchblock

Entstehungszeitraum:ca. 1250 - ca. 1300
Entstehungszeitraum, Streudaten:Feindatierung: 2. Hälfte 13. Jh. (Régnier); Ende 13. Jh. (Homburger, u.a.)
Entstehungsort:Frankreich: Nordost-Frankreich (Picardie, Hainaut - nach Régnier)
Material / Beschreibstoffe:Pergament
Material / Beschreibstoff Anm.:Verschieden dickes, rauhes Pergament
Lagen:17 IV{136} + (IV-1){143}[Umlauf zu f. 140 fehlt, aber ohne Textverlust] + 7 IV{199}. Lagensignaturen jeweils auf dem letzten verso unten Mitte: Grosse römische Zahl, je mit Gruppen von 3 Punkten umgeben bzw. ausgefüllt (Lagen 1 und 2 bezeichnet als [V?] und 'VI', dann durchlaufend 'II-XXIV', dazu jeweils in der rechten unteren Ecke Reklamanten von der Schreiberhand (korrespondieren, auch derjenige f. 16/17 zwischen Lage VI und II).
Seiteneinrichtung:Zweispaltig, Schriftspiegel 18,5 x 15 (6,5-7) cm, 35 Zeilen; Anfangs Blind-, ab Lage 10 Bleilinierung; Punktierung am inneren und äusseren Rand
Schrift / Schreiber:Gotische Minuskel (niedere französische Buchminuskel); 1 Schreiber
Ausstattung / Buchschmuck:15 Miniaturen (s. unten Bilder), oft begleitet von rechtwinkliger Zierleiste (f. 23v, 38v, 54v, 101v, 145v, 161v, 186v) mit drachenartigen zweibeinigen Tieren. Der Kopf ist zinnoberrot getönt, der durch ausgesparte hellere Streifen und weisse Striche modellierte Rumpf und die auf einer Seite überragende "Unterlage" wechseln ab zwischen kobaltblauer und karminbrauner Farbe; die Füsse stehen zumeist auf einem schnörkelartig geschwungenen schwarzen Strich. Am Beginn von einigen der durch Bilder eingeleiteten Abschnitte finden sich goldene Initialen auf blauem und braunrosa gemusterten, der Form der Buchstaben sich anpassendem Grund; die leicht eingezogenen schwarzen Konturlinien vereinigen sich zu mehr oder weniger langen Dornen, die farbige Innenfläche ist mitunter durch weisse fadenartige Ornamentik übersponnen. Jeweils zu Beginn der Laissen 3-zeilige Initialen, wechselnd rot und blau mit reichem Fleuronnée in den Gegenfarben; Anfangsbuchstaben der obersten Zeilen oft mit Tinte vergrössert und federverziert, oft mit Grotesken (Gesichtern) geschmückt; jede Zeile mit abgesetzten Anfangsbuchstaben.
Bilder / Malerei / Maler:15 einspaltige figürliche Deckfarben- und Goldgrund-Miniaturen***, ca. 10 x 7 cm. Die den Text illustrierenden Miniaturen sind meist zweigeteilt, auf goldenem, weinrotem oder dunkelblauem Grund, weissgehöht und in weiteren Farben (zinnoberrot, weiss hellblau, türkisgrün) ausgeführt; sie werden von zwei runden rosa getönten Türmen mit türkisgrünen Spitzen eingerahmt (ausführliche Beschreibung bei Homburger). Die beiden Miniaturen des ersten Teils (f. 3vb, 9va) überragen, laut Homburger, künstlerisch die folgenden, von einer anderen Hand ausgeführten Miniaturen bei Weitem.
1) f. 3vb: Schlacht zwischen Christen und Sarazenen; Guillaume ersticht Aragon;
2) 9va: Vivien wird durch seinen Oheim Guillaume zum Ritter geschlagen;
3) 23va: oben nimmt Vivien Abschied von Guillaume und Guiborc, unten stehen sich die Reiterheere von Sarazenen und Christen gegenüber;
4) 38va: oben wartet der berittene Guillaume vor den Mauern von Orange auf Einlass, unten steht er drei Sarazenen gegenüber, welche die Arme erheben zum Zeichen der Übergabe;
5) 54va: in der oberen Szene ist die Einkleidung Renouarts dargestellt, in der unteren folgt eine neunköpfige Reiterschar dem Riesen Renouart;
6) 67va: oben und unten Turnierszenen zwischen Desrames und Renouart;
7) 82va: oben Geburt des Maillefer, im Bett mit seinen Eltern; unten beobachtet Renouart mit seinen Leuten das Nahen eines feindlichen Schiffes;
8) 101va: Zweikampf zwischen Renouart und Loquifer zu Pferd: oben mit Lanzen, unten im Ringkampf;
9) 112va: die tote Aelis wird betrauert (kleineres Bild);
10) 112vb: dem berittenen Renouart wird von schwarz gekleideten Mönchen der Einlass in ihr Kloster verwehrt;
11) 135vb: oben Beratung der Mönche, wie sie Renouart loswerden können; unten Renouart kämpft gegen vier Leoparden;
12) 145vb: oben die Burg Ajete und die Zelte der Sarazenen, unten Reiterkampf zwischen Christen und Sarazenen;
13) 161vb: Renouart (links) kämpft mit Gadifer (rechts);
14) 168va: oben wird Guillaume von den Mönchen des Klosters Aniane der Einlass verwehrt, unten beraten die Mönche, wie sie Guillaume loswerden können;
15) 186va: zwei in weisse Kutten gekleidete Eremiten betrachten den Galgen, an dem Guillaume die Räuber aufgehängt hat.

Weitere Angaben

Bibliographie:ARLIMA (Internet); https://www.arlima.net/mss/suisse/bern/burgerbibliothek/0296.html
JONAS (Internet); http://jonas.irht.cnrs.fr/manuscrit/8164

Persistent Identifiers (PIDs)

ARK:https://ark.burgerbib.ch/ark:36599/v8mft20gdgr
 

Deskriptoren

Einträge:  ARLIMA (Internet) (Bibliographie/Nachschlagewerke\A)
  JONAS (Internet) (Bibliographie/Nachschlagewerke\J)
 

Behältnisse

Anzahl:1
 

Benutzung

Erforderliche Bewilligung:Keine
Physische Benützbarkeit:Uneingeschränkt
Zugänglichkeit:Öffentlich
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:https://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=130608
 

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