Cod. 365 (A) Sammelbd.: Boethius, Seneca, Praecepta moralia et pietatis, franz., 1300 (ca.)-1333 (ca.) (Codex Produktionseinheit)

Archive plan context


Identifikation sachlich

Ref. code:Cod. 365 (A)
Title:Sammelbd.: Boethius, Seneca, Praecepta moralia et pietatis, franz.
Contains also:Sammelbd.: Boethius, Seneca, Praecepta moralia et pietatis, franz.
Blattzählung:Moderne Folierung: 1-161; unregelmässig beschnitten
Format:23,5 x 16,5 cm
Language:Französisch
Comments:Proportion 1,4242:1

Buchblock

Creation date(s):ca. 1300 - ca. 1333
Creation date(s), scattered dates:Feindatierung: Metz, um oder nach 1300 (laut Chr. v. Steiger, mit Notiz "Nahe verwandt mit BBB Cod. 98 und Montpellier, fac. de méd., ms. 43, beide Metz, um 1300", in der 2. Ausgabe Homburgers (B) korrigiert zu "1. Hälfte 14. Jh." Eventuell noch 13. Jh. (Miniaturen; Hagen), laut Sinner: 14. Jh.
Entstehungsort:Frankreich: Lothringen/Metz
Material / Beschreibstoffe:Pergament
Lagen:I{2} +8 IV{66} + (IV+1){75}[letztes Blatt zugesetzt] + VI{87} + IV{95} + (IV-1){102}[vor f. 97 1 Blatt (= alt f. LXXXXV) herausgeschnitten] + 2 IV{118} + V{128} + IV{136} + V{146} + IV{154} + (III+1){161}[letztes Blatt zugesetzt]. Lagensignaturen: Reklamanten jeweils auf dem letzten verso unten rechts (diejenigen auf f. 75, 95, 110(?), 128, 136, 146 und 154 fehlen); zusätzlich Blattzählung der ersten Lagenhälfte auf dem recto unten rechts, in 3 Systemen: a) f. 3-74 a i - i iiii, mit Blei, kaum erkannbar; b) f. 76-95, in roten römischen Ziffern i-vi, b i-b ii sowie f. 85-87 Blattzählung x-xii; c) f. 96-154 in Tinte a i- x iiii (inkonsequent, Buchstaben a, b, d, g, c, k, x).
Seiteneinrichtung:Einspaltig (f. 1-2 zweispaltig), Schriftspiegel 16-16,5 x 10-10,5 cm, 29 Zeilen; Stiftlinierung, Punktierung am äusseren Rand
Schrift / Schreiber:Gotische Minuskel (Textualis formata, Textura); mehrere Schreiber. Hand 1: rundliche Textualis, schreibt mit brauner Tinte f. 3-73v Mitte (vgl. Cod. 98 f. 118-124v und 131-140v); Hand 2: Textura, meist schwarze Tinte, schreibt von f. 73v Mitte bis f. 113v; danach wohl eine 3. Hand, die den Schluss sowie das Inhaltsverzeichnis und wahrscheinlich die römische Foliierung. - f. 3r unten, über dem Zierrahmen Eintrag: 'khurtztrantz' oder 'kburktrank', von der Hand des Rubrikators (Schreiber, Maler oder Vorbesitzer? vgl. Paris BN ms. franç. 17115, f. 1)
Ausstattung / Buchschmuck:Reich verziert mit Miniaturen (s. unten) und zahlreichen Initialen von geübter Hand, darunter 7 zweizeilige goldene Zierbuchstaben, die sich von einem blau und violettrosa abgeteilten ausgezackten Polster abheben (f. 1r: L; 73v: I; f. 82r: S; f. 96r: A; f. 117v: L; f. 130v: P); auf dem recto oben rote Blattzählung; gelegentlich rote Kolumnentitel. Wie die Hände wechselt auch der Schmuck ab f. 73v: Im ersten Teil finden sich zahlreiche 3-zeilige Lombarden, wechselnd rot und blau mit reichem Fleuronnée in den Gegenfarben (rot, schwarzblau); rote und blaue Paragraphenzeichen; rote Titel, selten rote Strichelung; abgesetzte Buchstaben und Satzanfänge häufig mit gelber Füllung; Marginalien rot unterstrichen. Im zweiten Teil wenige 2-zeilige sowie sehr viele 1-zeilige Fleuronnée-Initialen in den Gegenfarben rot und schwarzblau verziert. Rote und wenige blaue Paragraphenzeichen; rote Titel, viele rote Nota-Vermerke am Rand. Im hinteren Teil Zusätze am unteren Rand rot gerahmt.
Bilder / Malerei / Maler:Die Handschrift enthält auf f. 3r ein hervorragend schön gestaltetes Titelblatt mit ganzseitiger historisierter Initialmalerei mit Randverzierungen und Grotesken:
Initiale Q(uar ceulx qui sont en grant tristesces), in Blau, auf quadratischer, karminroter Unterlage ruhend. Der Schwanz des Buchstabens wird einem schmalen, zeitweilig gezackten Bordürenstreifen entlang um die Seite herumgeführt bis über die Mitte des rechten Randes hinauf, wo er in einer Wellenranke endet; ähnliche vegetabile Gebilde, die, statt von französischen Dornblättern, von kleeblattartigen Schösslingen besetzt sind, unterbrechen an den Ecken den gestreckten Schwung des von gezahntem Polster eingefassten Buchstabenauslaufes. Die letzte oberste Rankenwindung wird tangiert durch das Bild eines lesenden Coelestinermönches, der schwarze Kutte über weissem Kleid trägt. Auf dem waagrechten Rahmenteil sind Drolerien (springender Affe(?), kämpfende menschenähnliche Fabelwesen, Drache "Khurtztrank") wiedergegeben. Im Q-Initial ist dargestellt, wie die - eine rote Krone, ein Buch und einen Lilienstab tragende - Philosophia (goldener Buchstabe P) hinzutritt zu dem an einer Treppe ausgestreckten, trauernden Dichter Boethius, über den sich die hinter ihm stehenden Musen herabbeugen.
Dazu kommen 6 historisierte Initialen, mehrfarbig, mit Gold, Dornblattranken am Rand:
1) 81r L(i commencement de sapience), 7-zeilig, mehrfarbig, weiss gehöht: Disput zwischen einander gegenübersitzenden Philosophen, von denen der eine (Zuhörer, dahinter eine Frau?) eine rote Kapuze auf karminrotem Kleid trägt, während der Kopf des anderen (Lehrer?) auf dem Kathederdurch ein rotes Käppchen bedeckt ist; die zu einem sehr schön modellierten Obergewand gehörende Kapuze ist abgezogen. Oben neben dem Initialstamm ein Storch.
2) 114v P(rudence, justice, force): Im Innern des Buchstabenbogens ist dargestellt, wie Christus zu einer vor ihm auf dem Boden kauernden, in aschgraues Gewand gehüllten Heiligen ('vie contemplative') spricht . Ausserhalb des Initialkörpers, aber noch auf der verbreiterten Goldunterlage, hält eine andere, gleichfalls nimbierte Frau ('vie active') einen Kochtopf über das Kaminfeuer: wohl mit Absicht ist das Eilige, Geschäftige zum Ausdruck gebracht
3) 117r L(i premier): Kniender Heiliger, nach rechts gewandt im Gebet. Seine Figur überschneidet drei Wolkenstreifen, die girlandenartig in der Diagonalen angeordnet sind. Auf dem Buchstaben ist ein Eichhörnchen gelagert.
4) 127v L(i echelle): Christus, nur mit dem Lendenschurz bekleidet, und bedeckt mit Wundmalen, erscheint einer vor ihm kauernden Frau (Mutter?), die in Grau gekleidet und mit einem weissen Kopftuch verhüllt ist.
5) 130v L(a plus grant prudence): Vor einem aufgeschlagenen Buch sitzt, mit den Händen der Rede Nachdruck verleihend, ein bärtiger Mann (Philosoph?), der mit einer weissen Haube und einem rosaroten, mit Kapuze versehenen weiten Gewand bekleidet ist. Auf der Ranke hockt ein kleiner Hund.
6) 143r N(ostre sire dist): Ein bärtiger, ein aufgeschlagenes Buch vor sich haltender Heiliger (Jesus?) ist umgeben von einem Bischof (mit hoher Mitra) und einem zweiten bärtigen Heiligen (Apostel?); dahinter werden noch zwei Köpfe sichtbar.

Weitere Angaben

Bibliographie:Hemzik (1995); S. 477-498
JONAS (Internet); http://jonas.irht.cnrs.fr/manuscrit/8207
 

Descriptors

Entries:  Hemzik (1995) (Bibliographie/Nachschlagewerke\H)
  JONAS (Internet) (Bibliographie/Nachschlagewerke\J)
 

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Number:1
 

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Accessibility:Nach Rücksprache
 

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