Cod. 370 (A) Commenta Bernensia in Lucanum; Adnotationes super Lucanum, lat., 0880 (ca.)-0900 (ca.) (Codex Produktionseinheit)

Archive plan context


Identifikation sachlich

Ref. code:Cod. 370 (A)
Title:Commenta Bernensia in Lucanum; Adnotationes super Lucanum, lat.
Contains also:Commenta Bernensia in Lucanum; Adnotationes super Lucanum, lat.
Blattzählung:Moderne Foliierung: 1-179; zusätzlich ältere Foliierung in gotisch-arabischen Zahlen 1-178 auf dem recto rechts oben (f. 163 nicht foliiert, f. 157-162 verso unten links foliiert, d.h. die ganze Lage ursprünglich verkehrt eingebunden?), von Gilles d'Aspremont in Reims im Mai 1412 eingetragen.
Format:24-24,5 x 18-18,5 cm, unregelmässig beschnitten (alt).
Language:Latein
Comments:Proportion 1,351:1, fast quadratisch

Buchblock

Creation date(s):ca. 0880 - ca. 0900
Creation date(s), scattered dates:Feindatierung: Ende 9. Jh. (Homburger, Munk Olsen, u.a.); 9./10. Jh. (Bischoff)
Entstehungsort:Nordostfrankreich, vermutlich Reims (Homburger); Nähe zu Soissons? (Bischoff)
Material / Beschreibstoffe:Pergament
Material / Beschreibstoff Anm.:Welliges Pergament unterschiedlicher Dicke, mit einigen Fehlern und Mängeln.
Lagen:8 IV{64} + (IV-2){70}[zweitäusseres Doppelblatt fehlt, Textverlust] + 9 IV{142} + (IV-2){148}[inneres Doppelblatt fehlt, Textverlust?] + IV{156} + (IV-1){163}[letztes Blatt weggeschnitten] + 2 IV{179}. Lagensignaturen: jeweils auf dem letzten verso unten Mitte römische Ziffern I-XX, mit vorangestelltem Q und teils kreuzförmig verziert (bis f. 156v, auf den letzten 3 Lagen fehlend); dazu auf jeder 2. Lage, jeweils über die Lagengrenzen hinweg, Besitzvermerk 'Sancta Maria [Remensis] ecclesiae': f. 16v/17r, [32v]/33r, 48v/49r, 64v/65r, 78v/79r, 94v/95r, 110v/111r, 126v/127r, 142v/143r, 156v/157r, 171v/172r.
Seiteneinrichtung:Einspaltig, Schriftspiegel 16,5-18 x 11,5-12 cm, 26 Zeilen; Blindlinierung N.S., Punktierung am äusseren Rand.
Schrift / Schreiber:Karolingische Minuskel, leicht nach rechts geneigte, gedrängte, schlanke Buchstaben; Capitalis rustica in brauner und roter Tinte, für Titel, Incipits und Explicits, Bildüberschriften sowie die grossenteils durch die Anfangsbuchstaben abgekürzten Lemmata, die kommentiert werden; in den Adnotationes (Nr. 3) meist ein rotes K beim Wechsel des (kommentierten) Verses. Kolumnentitel am oberen Rand: Zählung der Bücher in römischen Zahlen; mehrere, z.T. ungeschickte Schreiber (Handwechsel f. 143r-145v).
Ausstattung / Buchschmuck:Einfache ein- bis zweizeilige Initialen sowie Auszeichnungsschriften in Rot (Mennige, z.T. blaustichig, oxydiert, bes. f. 2v ff.).
Bilder / Malerei / Maler:21 unbeholfene Federzeichnungen, mit Mennige, Blau, Gelb und Tinte koloriert. Es handelt sich, abgesehen von geläufigen astronomischen Diagrammen (f. 115r), um primitive geographische Darstellungen, Pläne von Städten, die anschaulicher gemacht werden durch Ansichten von Mauern und Gebäuden, sowie um Skizzen der strategischen Situation, im Einzelnen:
1) f. 34v (zu II,398-438): IPSIUS MONTIS SITUM HEC PICTURA DEMONSTRAT. Zeichnung des Apennins und der nach zwei Richtungen herabfliessenden Ströme; Namen: Mare Adriaticum, Luna, Pisa, Sicilia; Sardinia; Alpes, Ancona; Ionium mare; Ancona;
2) f. 38v (zu II,660ff.): IPSIUS PORTI SITUM HAEC PICTURA DEMONSTRAT, Grundriss des Hafens von Brindisi;
3) f. 44r (zu III,200 ff.): CUIUS HISTRI SIMILITUDO HAEC EST, HISTER CONE, QUI ET DANUBIUS; farbige Skizze der auf einer Donauinsel gelegenen Stadt Cone, die von Mauern und Türmen umschlossen ist;
4) f. 46v (zu III,371-387): Ita Caesar cinxit Massiliam sicut haec pictura testatur, die Stadt Massilia, Marseille, durch Türme, einen Torbau mit vier Durchgängen und ein Stück der Stadtmauer charakterisiert;
5) f. 48r (zu III,455-460): INTIUS PICTURAE similitudinis Caesar contra Massiliam turres erexit: Massilia mit zwei Belagerungstürmen;
6) f. 49r (zu III,509-537): Rechteckiges Schema mit Floss RATIS der Belagerten, umringt von den römischen Schiffen LIBURNAE: Seekämpfe vor Marseiile;
7) f. 50v (zu IV,11-47): Schlacht bei Ilerda (Lerida, Lleyda); durch den 'fluvius Sicoris' getrennt sind die beiden Lager (Castra Pompeiana und Caesareana);
8) f. 53v (zu IV,262-265), auf dem Rand hinzugefügte Federzeichnung: Caesar schliesst den Feind in wasserlosem Land ein;
9) f. 56r (zu IV,416 ff.): HAE SUNT SIMILITUDINES CUPARUM; durch die Beischrift MARE und die Querstriche wird wohl angedeutet, dass der Boden des Flosses nicht geschlossen ist; seitlich ruht das lautlos geruderte Fahrzeug auf Tonnen CVPAE;
10) f. 60v (zu IV,666-675): Karte des nordafrikanischen Landstreifens, das Ammonheiligtum, das durch einen menschlichen, von Stierhörnem bekrönten Kopf (Protome) bezeichnet wird; Atlasgebirge bis nach Gades LATA LONGISSIMA;
11) f. 62r (zum Beginn von Buch 5): MONS OLYMPUS QUI EMINET NUBIBUS; PARNASUS mit einer der zwei ungleichen Spitzen;
12) f. 66v (zu V,230-236): Kartenskizze des Euripus und der Enge zwischen Attika und Euböa;
13) f. 69v (zu V,379/380): Kartenskizze des in APULIA liegenden Berges GARGANUS;
14) f. 77v (zu VI, 57/58): Skizze, die zeigt, wie das Durchschneiden des Is(th)MOS den Weg von CORINTU(S) nach dem Vorgebirge MALEA für die Schiffe verkürzt;
15) f. 80r (zu VI,285-292): Durch drei konzentrische Kreise mit den Beischriften: TORQUATUS (innen), CAESAR, POMPEIVS (aussen) soll die doppelte Umfassung der Heere angedeutet werden;
16) f. 81r (zu VI,333-342): Aus zwei konzentrischen Kreisen gebildete Zeichnung der das Land Thessalien einschliessenden Gebirge OLYMPVS, PELIOS [sic], OSSA, OTRIS und PINDUS, mit Himmelsrichtungen ORIENS, MERIDIES, OCCIDENS, SEPTENTRIO;
17) f. 114v (zu IX,300): Zeichnung der beiden Syrten (SYRTES MAIORES, SYRTES MINORES), des Tritonsees (TRITONA PALUS) und des neben ihm lautlos vorbeifliessenden Lethonflusses (LETEA);
18)-19) f. 115r (zu IX,410-421): Zonenkarte, die Namen sind ungenau seitlich angeschrieben: CIRCULUS SEPTEMTRIONAL(IS), c. SOLSTITIALIS, c. AEQUINOCTIAL(IS), c. BRUMALIS, c. AUSTRALIS; Erdkarte: anders als dem bei Isidor (De natura rerum) begegnenden Typus der T-Karte ist hier - an den Grenzen von Europa und Asien - ein mit TANAIS beschriftetes Segment, zwischen Afrika und Asien, auf der Südseite der Karte ein solches mit der Beischrift NIL(US) eingefügt;
20) f. 118v (zu IX,957-960): Kartenskizze von BOSFOROS (sic, mit Notiz "Quidam diabuli"), PROPONTIS und ELLESPONTUS;
21) f. 174v am Rand: federprobenartige Skizze eines nach rechts ausschreitenden Pferdes, unvollendet.
Spätere Zusätze:Zahlreiche gleichzeitige oder wenig spätere Randnotizen und Kommentare (10/11. Jh.), auch Nota-Zeichen, Chrismon (f. 12r), liturgische Federprobe mit Neumen (f. 51r), Vergilvers (f. 52r), Vers 'Sis mihi lien esto quod sufficit allere mano' (f. 92r); Federprobe 'Rogerus me fecit' (f. 118r). Federprobe 'Remensia Remorum' (f. 128r), etc. - Zu den Einträgen von Gilles d'Aspremont (f. 179v) und Pierre Daniel (passim), s. oben Provenienz.

Weitere Angaben

Bibliographie:Bischoff (1998); S. 126 (Nr. 587)
Gotoff (1971); S. 25-26
Mostert (1989); S. 75 (Nr. 177)
Munk Olsen (1982-87); Bd. 2, S. 78, 882; Bd. 3.1, S. 205
 

Descriptors

Entries:  Bischoff (1998) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B)
  Mostert (1989) (Bibliographie/Nachschlagewerke\M)
  Munk Olsen (1982-87) (Bibliographie/Nachschlagewerke\M)
  Gotoff (1971) (Bibliographie/Nachschlagewerke\G)
 

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Number:1
 

Usage

Permission required:Burgerbibliothek Bereichsleitung
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Accessibility:Nach Rücksprache
 

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