| Signatur: | N Marguerite Frey |
| Titel: | Nachlass Marguerite Frey-Surbek (1886-1981) |
| Entstehungszeitraum: | ca. 1860 - 2019 |
| Bestandesgeschichte / Charakterisierung: | Biografie Marguerite Frey-Surbek, Malerin, Zeichnerin und Druckgrafikerin, geboren 23.2.1886 in Delémont und verstorben 17.5.1981 in Bern. Marguerite Frey-Surbek war die Tochter des Forstmeisters Jean Albert Frey und der Lisa Juliette geborene Calame. Die Familie lebte bis 1893 in Delémont und zog dann nach Bern, wo Marguerite ihre Schuljahre verbrachte. Von 1902–1903 besuchte sie die Berner Kunstgewerbeschule, 1904–1906 erteilte ihr der junge Paul Klee regelmässig Privatunterricht, und bei dessen Vater, Hans Klee, ging sie in den Gesangsunterricht. 1906–1911 folgten Studienaufenthalte in Paris, u.a. an der Académie de la Grande Chaumière und Unterricht bei Lucien Simon, ab 1908 an der Académie Ranson (u.a. bei Edouard Vuillard). 1911 lernte sie in Paris den Berner Maler Victor Surbek kennen, den sie 1914 heiratete. Gemeinsam führten sie von 1915–1931 in Bern eine private Malschule. Das Paar wohnte ab 1927 an der Junkerngasse 51. Im Gegensatz zu ihrem Mann hatte Marguerite Frey-Surbek kein eigenes Atelier; viele ihrer Bilder entstanden an der Junkerngasse. Im Frühling und Sommer arbeitete sie oft in Iseltwald am Brienzersee, wo die Familie Surbek ein Ferienhaus besass, und wählte dort für ihre Bilder Garten- oder Terrassenmotive. Wichtig war ihr das reizvolle Spiel der Farben mit Licht und Schatten. Sie richtete ihren Blick sowohl auf weite Landschaften als auch auf stille, intime Raumausschnitte. Sie schuf Porträts, Akte, Landschaften, Stillleben sowie Wandmalereien. Stilistisch war sie vom Impressionismus, Fauvismus und der Nabis-Bewegung beeinflusst. Ab den 1930er-Jahren folgten zahlreiche Reisen und längere Aufenthalte in vielen Ländern Europas (u.a. in Süditalien) sowie zwischen 1948 und 1960 vier Reisen nach Amerika (1948/49 und 1960 gemeinsam mit Victor Surbek). In den 1930er- und 1940er-Jahren malte sie regelmässig im Sommer oder Herbst auf dem Faulhorn. Ab 1908 konnte Frey-Surbek ihre Arbeiten an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz, teilweise auch im Ausland, präsentieren. 1936 nahm sie mit vier Werken als Vertreterin der Schweiz an der 20. Biennale von Venedig teil. 1939 gestaltete sie zusammen mit Victor Surbek in der Verkehrshalle der Landesausstellung das 200 Meter lange Wandbild "Schweizer Landschaften". 1970 fand ihre letzte Einzelausstellung im Kunstsalon Wolfsberg in Zürich statt. In Bern schuf die Künstlerin 1941 im Treppenhaus der Gewerbeschule das Wandbild "Musik, Rhythmus, Tanz, Dicht- und Zeichenkunst in jugendlichen Gestalten", ein weiteres Wandbild entstand 1954 für das Erziehungsheim Landorf in Köniz. Nebst ihrer künstlerischen Tätigkeit engagierte sich Marguerite Frey-Surbek auch auf gesellschaftlicher und politischer Ebene. 1903 gründete sie mit Freundinnen einen Mädchenhort im Mattequartier, setzte sich für das Frauenstimmrecht ein, war während des Zweiten Weltkriegs im Frauenhilfsdienst und in der Flüchtlingshilfe tätig, engagierte sich für den Schutz der Berner Altstadt und der Landschaft am Brienzersee. Von 1948 bis 1954 war sie Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission. Als Mitglied der Kommission zur Arbeitsbeschaffung für bildende Künstler akquirierte sie in der Nachkriegszeit zahlreiche Aufträge für Künstlerinnen und Künstler aus dem öffentlichen Sektor.
Bestand Der Bestand enthält zahlreiche künstlerische Arbeiten von Marguerite Frey-Surbek sowie schriftliche Unterlagen und Fotografien. Der künstlerische Teil des Nachlasses umfasst rund 1720 Arbeiten auf Papier. Das druckgrafische Œuvre der Künstlerin ist bis auf wenige Ausnahmen vollständig in Form von Probe- und Auflagendrucken vorhanden. Die Zeichnungen und Aquarelle spannen einen grossen zeitlichen Bogen und decken sämtliche Schaffensphasen von frühen Studien in Bern und Paris bis hin zum Spätwerk der 1970er Jahre ab. Weiter sind Skizzenhefte aus den Jahren 1904 bis 1914 sowie von Frey-Surbek gestaltete Ausstellungsplakate vorhanden. Der schriftliche und fotografische Teil des Nachlasses dokumentiert die Entstehung und Verwaltung der Werke, aber auch die Vorarbeiten zu Kunstausstellungen und Publikationen. Eine wichtige Quelle für Nachforschungen nach einzelnen Werken bilden die von Frey-Surbek erstellten Werkverzeichnisse ihrer Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken, die jeweils auch Angaben zu Verkäufen oder Ausstellungen enthalten. Frey-Surbek hat ihre Werke zudem fotografiert oder fotografieren lassen und diese Fotografien nach unterschiedlichen Kriterien geordnet, so dass eine umfangreiche fotografische Werkdokumentation vorliegt. Gut dokumentiert sind einzelne Ausstellungen durch Vorarbeiten, Einladungen, Eröffnungsreden, Werk- und Preislisten, Ausstellungskataloge, Fotografien und durch von Frey-Surbek angelegte Zeitungsartikelsammlungen, die den Zeitraum von 1908 bis 1980 abdecken. Einige Dossiers dokumentieren die Arbeit von Frey-Surbek in der Kommission zur Arbeitsbeschaffung bildender Künstler. Die meisten Korrespondenzdossiers, darunter Briefe von Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Kunst, Kultur und Literatur bestehen nur aus wenigen Briefen. Die Überlieferung scheint eher lückenhaft zu sein. Briefe von Paul Klee an Marguerite Frey-Surbek sind nur als Kopien im Bestand vorhanden. Die Originale befinden sich im Zentrum Paul Klee. Der Bestand umfasst auch Porträtfotografien von Frey-Surbek, jedoch nur sehr wenige persönliche Unterlagen, bestehend aus biografischen Notizen und Agenden. Zur Malschule sind keine Unterlagen vorhanden.
Bestandsgeschichte Das Atelier von Victor Surbek an der Brunnmattstrasse blieb nach dessen Tod 1975 und dem Tod von Marguerite Frey-Surbek 1981 nahezu unverändert bestehen und diente als Aufbewahrungsort des künstlerischen Nachlasses des Künstlerpaars. Wegen Umnutzung der Räumlichkeiten musste das Atelier im März 2022 geräumt werden. Durch Vermittlung der Hochschule der Künste übergab die Erbengemeinschaft Surbek schriftliche Unterlagen, Fotografien und Arbeiten auf Papier aus dem Atelier als Schenkung der Burgerbibliothek. Zum Zeitpunkt der Räumung befanden sich nebst den Arbeiten von Victor Surbek auch Werke und weitere Unterlagen von Marguerite Frey-Surbek im Atelier. Die Unterlagen und Werke aus dem Atelier Surbek wurden nach der Übernahme in zwei Bestände N Victor Surbek (Provenienz Victor Surbek) und N Marguerite Frey-Surbek (Provenienz Marguerite Frey-Surbek) aufgeteilt. Unterlagen, die sowohl Marguerite Frey-Surbek als auch Victor Surbek betreffen oder bei denen die Provenienz nicht eindeutig geklärt werden konnte, wurden dem Bestand N Victor Surbek zugeordnet, da das Atelier in der Brunnmatt Arbeitsort von Victor Surbek war. 2023, 2024 und 2025 folgten vier kleinere Nachträge.
Werke von Marguerite Frey-Surbek in anderen Archiven und Museen Bei der Atelierauflösung 2022 gingen Werke von Victor Surbek und Marguerite Frey-Surbek an folgende Museen und Sammlungen: Stadtarchiv Bern, Stadtarchiv Zürich, Städtische Kunstsammlung Bern, Kunstmuseum Thun, Musée d’art et d’histoire Delémont, Museum Schloss Spiez, Kunstsammlung Inselspital Bern und an zwei private Stiftungen. Werke von Marguerite Frey-Surbek sind auch in verschiedenen Schweizer Museen und Kunstsammlungen (u.a. in der Kunstsammlung des Bundes) zu finden.
August 2025 Ruth Stalder |
| Umfang: | 2,7 Laufmeter |
| Link: | Website surbek.ch |
Bestandesbeschreibung |
| Person: | Bestandsbildner / Bestandsbildnerin: Frey-Surbek, Marguerite (1886-1981) |
| Bibliographie: | Bhattacharya-Stettler/Biffiger (2018) |
| Schneider (2014) |
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| Rechtsform: | Natürliche Person |
| Erschliessungsgrad: | Detailliert |
| Findmittel-Form: | Digital |
| Findmittel-Qualität: | Vollinventar |
| Stufe: | Bestand |
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Deskriptoren |
| Einträge: | Frey-Surbek, Marguerite (1886-1981) (Personen\Natürliche Personen\F) |
| Bhattacharya-Stettler/Biffiger (2018) (Bibliografie\B) |
| Schneider (2014) (Bibliografie\Sch) |
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Behältnisse |
| Anzahl: | 27 |
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Benutzung |
| Erforderliche Bewilligung: | Keine |
| Physische Benützbarkeit: | Uneingeschränkt |
| Zugänglichkeit: | Öffentlich |
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URL für diese Verz.-Einheit |
| URL: | https://katalog.burgerbib.ch/detail.aspx?ID=475959 |
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