Cod. 88 (A) Germanicus Caesar: Aratea, lat., 1001 (ca.)-1028 (Codex Produktionseinheit)

Archive plan context


Identifikation sachlich

Ref. code:Cod. 88 (A)
Title:Germanicus Caesar: Aratea, lat.
Contains also:Germanicus Caesar: Aratea, lat.
Blattzählung:Moderne Foliierung: 1–11, jeweils auf dem recto und verso.
Format:37 x 28,5 cm
Language:Latein

Buchblock

Creation date(s):approx. 1001 - 1028
Creation date(s), scattered dates:Feindatierung: vor 1028 (Tod Werner I.)
Entstehungsort:Frankreich: Saint Bertin
Material / Beschreibstoffe:Pergament
Material / Beschreibstoff Anm.:Sprödes, gut geglättetes, stellenweise narbiges Pergament (Ziege) mit Fehlstellen an den Rändern.
Lagen:(IV-2){6} + 1 Bl.{7} + II{11}. Zwei Lagen: Lage 1 war ursprünglich ein Quaternio, dessen innerstes Doppelblatt heute verloren ist (aber von Bongars noch gelesen wurde, vgl. seine Abschrift der Marginalien in Cod. 492, f. 204r–v); das heute an Lage 1 angeklebte f. 7 war ursprünglich ein einzelnes Doppelblatt, dessen hintere Hälfte heute verloren ist. Lage 2 war vermutlich immer schon ein Binio. – Keine Lagensignaturen.
Seiteneinrichtung:Einspaltig (f. 1–7) und zweispaltig (f. 8–11), Schriftspiegel: bei einer Spalte (innen von drei, aussen von zwei mit Griffel eingeritzten Senkrechten eingefasst) 30 x 11,5 cm, zusätzlich seitlich angeordnete Glosse von 5,5–6 cm; bei zwei Spalten 30 x 22,5 (11) cm; jeweils 40 Zeilen; Blindlinierung; Punktierung am Rand.
Schrift / Schreiber:Karolingische Minuskel; die Anfangsbuchstaben der Verse sind in abwechselnd orangeroter und grüner Unziale geschrieben, ebenso die ersten Buchstaben der einzelnen Scholien. Für die Anfangszeile einer jeden Sternbildbeschreibung ist rote Rustica verwandt, die sich unterscheidet von der mit Rustica gemischten Unziale, in der die Schwesterhandschrift Boulogne-sur-Mer, Ms. 188 (B) geschrieben ist. Dagegen hat der Schreiber des Bernensis (Be) die karolingische Minuskel für den Text gewählt, und zwar kehrt hier der für St. Bertin charakteristische Schriftstil wieder, der durch die aufrechten, scharf gewinkelten, sehr regelmässigen Buchstaben, und vor allem durch die langen Unterlängen des r und des mit Punkt versehenen y gekennzeichnet wird; auffällig sind ferner die eigenartigen Ligaturen von est (f. 9rb, letzte Zeile) und ct (f. 9rb, Zeile 1; 9va, Zeile 7), ferner die Kontraktionsstriche in Form einer 2 und einer gotischen 5.
Ein Schreiber, auf f. 1v und 2r sind von einem zweiten Schreiber in dunklerer Tinte Korrekturen des Textes nach einer besseren Vorlage vorgenommen worden.
Ausstattung / Buchschmuck:Die Handschrift ist illustriert mit 28 prachtvollen Sternbild-Darstellungen (inkl. Jupiter, Sonne und Mond), je zwei pro Seite, sowie mit einem Planisphärium (Sternbildkarte mit Polar- und Wendekreisen, Äquator und Ekliptik) - Zu den einzelnen Bildern s. die folgende Liste; ausführliche Beschreibung unter e-codices.
Bilder / Malerei / Maler:1v oben: Jupiter; 1v unten Grosse/ Kleine Bärin (Ursa maior/ minor = UMa/ UMi) und Drache (Dra).
2r oben: Herkules (Her); 2r unten: Nördliche Krone (Corona borealis = CrB).
2v oben: Schlangenträger (Ophiuchus = Oph), auf dem Skorpion (Sco) stehend; 2v unten: Bärenhüter (Bootes = Boo).
3r oben: Jungfrau (Virgo = Vir); 3r unten: Zwillinge (Gemini = Gem).
3v oben: Krebs (Cancer = Cnc); 3v unten: Löwe (Leo).
[Es fehlt zwischen f. 3 und 4 ein Doppelblatt mit den Bildern von: Fuhrmann (Auriga = Aur); Stier (Taurus = Tau); Cepheus (Cep); Cassiopeia (Cas); Andromeda (And); Pferd (eigtl. Pegasus = Peg); Widder (Aries = Ari), Dreieck (Triangulum = Tri) – vgl. oben Lagen.]
4r oben: Fische (Pisces = Psc); 4r unten: Perseus (Per).
4v oben: Plejaden; 4v unten: Leier (Lyra = Lyr).
5r oben: Schwan (Cygnus = Cyg); 5r unten: Wassermann (Aquarius = Aqr).
5v oben: Steinbock (Capricornus = Cap); 5v unten: Bogenschütze (Sagittarius = Sgr).
6r oben: Adler (Aquila = Aql) und Pfeil (Sagitta = Sge); 6r unten: Delphin (Delphinus = Del).
6v oben: Orion (Ori); 6v unten: Grosser Hund (Canis maior = CMa), mit Stern Sirius.
7r oben: Argo navis (heute Achterdeck = Puppis = Pup); 7r unten: Seeungeheuer (Cetus = Cet).
7v oben: Eridanus (Eri); 7v unten: Südlicher Fisch (Piscis austrinus = PsA).
[Es fehlt zwischen f. 7 und 8 ein Blatt mit den Bildern von: Altar (Ara); Centaurus (Cen); Hydra (Hya), Becher (Crater = Crt) und Rabe (Corvus = Crv); Kleiner Hund (Canis minor = CMi); Bildnisse der fünf Planeten (die in L vorkommenden vier Jahreszeiten fehlen auch in B) – vgl. oben Lagen. Der Inhalt der Handschrift B legt zudem nahe, dass in Be vielleicht auf dem noch leeren f. 8r das Planetarium eingetragen werden sollte.]
10v oben: Sonnengott (Sol); 10v unten: Mondgöttin (Luna).
11v: Planisphärium (Sternkarte; Durchmesser 23,5 cm). Es war zunächst offenbar beabsichtigt, die letzte Seite des Codex leer zu lassen; man hat sie benützt zu einer Zeichenübung, indem man mit einem spitzen Stift die Profilfigur eines heraldisch streng stilisierten Löwen oder Panthers ins Pergament eingerissen hat. Dieses kaum sichtbare Tier wird jetzt vom äussersten grünen Kreis des Planisphärs überschnitten.
Spätere Zusätze:Bemerkungen zum Inhalt von einer Hand des 15. Jh.: f. 6v 'sequitur fulget et verte duo folia'; f. 7v 'sequitur signorum partes'; f. 9v 'verte folium'.

Weitere Angaben

Person:Bertin, Saint- (F); Benediktinerabtei
Bibliographie:Bischoff (1989); S. 13, 34–41, 45–48, 51–53, 58, 60–61, 73–74, 90
Blume (2012); S. 214–218 (Nr. 8)
Dekker (2012); S. 233–235
Haffner (1997)
Lott (1981)
Munk Olsen (1982-87); Bd. 1, S. 406; Bd. 3.1, S. 222, 250
Stückelberger (1990)
Winterfeld (1900)
 

Descriptors

Entries:  Bertin, Saint- (F); Benediktinerabtei (Personen\Juristische Personen\B)
  Bischoff (1989) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B)
  Blume (2012) (Bibliographie/Nachschlagewerke\B)
  Dekker (2012) (Bibliographie/Nachschlagewerke\D)
  Haffner (1997) (Bibliographie/Nachschlagewerke\H)
  Stückelberger (1990) (Bibliographie/Nachschlagewerke\St)
  Winterfeld (1900) (Bibliographie/Nachschlagewerke\W)
  Lott (1981) (Bibliographie/Nachschlagewerke\L)
  Munk Olsen (1982-87) (Bibliographie/Nachschlagewerke\M)
 

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Number:1
 

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Accessibility:Nach Rücksprache
 

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