Cod. 162 (A) Augustinus: Opera, lat., 1033 (ca.)-1066 (ca.) (Codex Produktionseinheit)

Archive plan context


Identifikation sachlich

Ref. code:Cod. 162 (A)
Title:Augustinus: Opera, lat.
Contains also:Augustinus: 1) De opere monachorum; 2) De fide et operibus; 3) Ad Donatistas post collationem; 4) De sancta virginitate; 5); De bono coniugali; 6) De bono viduitatis; 7) De symbolo bono (sermo 215); 8) De oratione dominica (sermo 56).
Blattzählung:Moderne Bleistiftfoliierung: 1–104, jeweils auf dem recto oben rechts und unten rechts (20. Jh.); dazu falsche ältere Zählung 1–102 oben rechts (19. Jh.).
Format:31,5 x 22 cm
Language:Latein
Comments:Der zweite Teil von Ms. 35 Avranches, enthaltend Augustins sermones und um 1000 auf dem Mont Saint-Michel geschrieben, diente als Vorlage von Cod. 162. Dieser wiederum scheint später die Vorlage von Ms. Rouen, BM, 474 (Jumièges, Ende 11. oder Anfang 12. Jh.) gewesen zu sein. (Avril 1964, S. 520, 522 sowie Avril 1967, S. 515).

Buchblock

Creation date(s):approx. 1033 - approx. 1066
Creation date(s), scattered dates:Mitte 11. Jahrhundert (Avril, Branch, Lecouteux); 11./12. Jh. (Homburger)
Entstehungsort:Frankreich: St. Trinité de Fécamp (IHRT, Nortier, Avril, Branch, Lecouteux); Normandie (Homburger).
Material / Beschreibstoffe:Pergament
Material / Beschreibstoff Anm.:Pergament unterschiedlicher Dicke mit Verwerfungen und Löchern.
Lagen:13 IV{104}. Alles Quaternionen. Keine Lagensignaturen.
Seiteneinrichtung:Einspaltig, Schriftspiegel 20–21,5 x 14,5–15,5 cm; 34–35 Zeilen; Blindlinierung.
Schrift / Schreiber:Späte karolingische Minuskel; Capitalis und Uncialis für Titel sowie Inicpit- und Explicitzeilen f. 1v, 34v, 57r, 74v, 86v, 87r, 97r, 99v, 104v; Litterae oblongatae f. 1r.
Mehrere Schreiber: ein Hauptkopist für f. 1r–24v und 89r–104r sowie zweifellos vier weitere Kopisten zwischen f. 25r und 88v. Die Hand von f. 1r–24v und 89r–104r ist identisch mit derjenigen, welche Augustins Confessiones in einer Hs. im Vatikan kopiert hat, von der allerdings nurmehr ein kurzes Fragment erhalten ist. (BAV, Reg. lat. 755, f. 100r–101r). Diese aus Fécamp stammende Handschrift enthält nach dem Augustin-Text eine vita sowie einen neumierten Hymnus zur Heiligen Berta de Blangy (f. 101r–105v), geschrieben von der zeitgenössischen Hand des Antonius, einem bekanntermassen in den 1040er und 1050er Jahren aktiven Schreiber aus Fécamp [Lecouteux, unpubliziert]. Dieselbe Hand findet sich auch in einer weiteren zeitgleichen Handschrift im Vatikan, die ebenfalls aus Fécamp stammt (BAV, Reg. lat. 107, f. 2–3, 6–9, 12–62, 65–99) sowie in der Handschrift Rouen BM 1122 (siehe Avril 1964, S. 515, 524 sowie Branch 1974, S. 102–103).
Rundliche Schrift mit brauner Tinte, oft schnell und wenig sorgfältig geschrieben; zahlreiche Schlusstriche und Überstreichungen, gegen oben verbreiterte Hasten, unterer Bogen des g offen, Hasten von r und s unter die Zeile reichend, besonders auf der letzten Schriftzeile, finales kapitales s und langes finales s mit grossem runden Haken am oberen Ende (vgl. z.B. f. 27r, Zeile 1, nisi), einige Grossbuchstaben wie z.B. das P mit kleinem, gegen oben gekrümmten Strich, gebräuchliche Ligaturen (ct, NS, NT, or, st); zahlreich vorhandene Interpunktionen, wobei die Formen je nach Kopist variieren; häufige Abkürzungen, von den Kopisten wieder unterschiedlich gebraucht (man beachte zwischen f. 1v und 24v die besondere Abkürzung pre-, ausgedrückt durch ein p mit zwei übergeschriebenen Tilden, sowie die Abkürzung -orum, ausgedrückt durch -or mit grossem Schnörkel; zeitgenössische marginale und interlineare Korrekturen. Viele dieser Zeichen sind charakteristisch für die Handschriften aus der Normandie, insbesondere derjenigen von Mont Saint-Michel.
Ausstattung / Buchschmuck:Titel sowie Inicpit- und Explicitzeilen zumeist in Rot, ebenso das kunstvoll kalligraphierte Inhaltsverzeichnis f. 1r.
3 kleine (f. 34v, 97r, 99v) und 5 grosse rote Zierinitialen:
1v Initiale I, ganzseitig, rubriziert, nicht ausgefüllt. Degen mit kunstvollem, vegetabil gestaltetem Griff, unten leicht ausschwingend.
17v: Initiale Q, 10-zeilig. Roter Buchstabenkörper mit grünem Palmblattschnörkel. Vorzeichnung eines reicheren Entwurfs noch sichtbar.
57r: Initiale L, 8-zeilig. Schlankes, rotgemaltes L, das, wie das Einrücken der folgenden Zeilen erkennen lässt, grösser und wohl reicher geplant war.
74v: Initiale Q, 9-zeilig. Hübsch verzierte Rankeninitiale, vorgezeichnet mit Blei. In der Farbe der Tinte ausgeführt und leicht verändert gegenüber einer noch sichtbaren Vorzeichnung. Reicher ornamentaler Schmuck durch Ranken, deren Zweige jeweils in sich durchkreuzenden, biegsamen Streckblättern enden; die gleichen, üppigen Blattgebilde an den beiden Enden des hebelartigen Q-Schwanzes, dessen Innenfeld durch fadenartige Ranken gefüllt ist.
87r: Initiale A, 9-zeilig. Schlankes, rotgemaltes A, mit doppeltem, in Tintenfarbe gefülltem Querbalken.
Derselbe Künstler war auch beteiligt an den Handschriften Paris, BnF, lat. 1992, f. 36v, 40r, 138v, 199r (Augustinus: Enarrationes in Psalmos, aus Fécamp stammend und teilweise von Antonius kopiert) sowie Rouen, BM, 1122 [U 12] (Flavius Josephus), die beide in die Mitte des 11. Jh. zu datieren sind. Die Initiale Q am Beginn von De bono coniugali (f. 74v) ist durch den Stile der Handschriften aus Mont Saint-Michel beeinflusst (Avril 1964, S. 518 und Abb. S. 516 und 519; Branch 1974, S. 103–104). Der Schmuck von f. 1v gehört ebenfalls in die Nähe von Ms. Rouen, BM, 478 [A 71] (Augustinus), f. 83v (vgl. auch f. 87r, 88r, 96v dieser Hs.) [nach Lecouteux, unpubliziert].
Spätere Zusätze:Gleichzeitige oder wenig spätere Randscholien und Textemendationen von verschiedenen Händen, oft am Aussenrand und wiederholt am Fuss der Seite;
Inhaltsnotizen am Aussenrand von f. 1r; z.T. blind geritzte Zeichen an den Blatträndern.

Weitere Angaben

Bibliographie:Janner/Jurot (2001); Bd. 9.2, S. 62
Lecouteux (2007); S. 14-22
Mostert (1989); S. 60 (Nr. 90)
Nortier (1971); S. 6–33, 236
Verbraken (1958); S. 7-9
Zycha (1900); S. XII, XXVI, XXVIII, XXX, XXXVIII.
 

Descriptors

Entries:  Janner/Jurot (2001) (Bibliographie/Nachschlagewerke\J)
  Zycha (1900) (Bibliographie/Nachschlagewerke\Z)
  Mostert (1989) (Bibliographie/Nachschlagewerke\M)
  Verbraken (1958) (Bibliographie/Nachschlagewerke\V)
  Nortier (1971) (Bibliographie/Nachschlagewerke\N)
  Lecouteux (2007) (Bibliographie/Nachschlagewerke\L)
 

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Number:1
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

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